4. Januar 2015

Entdeckung der Unendlichkeit, Die

© Universal

Regie: James Marsh
Land / Jahr: Großbritannien 2014












Das Leben des jungen Physikstudenten Stephen Hawking (Eddie Redmayne) könnte kaum besser werden, als er sich in die Sprachstudentin Jane (Felicity Jones) verliebt. Doch die Freude findet ihr unerwartetes Ende als bei Stephen ALS, eine degenerative Erkrankung des Nervensystems festgestellt wird. Die unaufhaltbare Krankheit stellt die Liebe und die Forschung auf eine schwere Probe.
Bei einer so traurigen und gleichermaßen hoffnungsvollen Geschichte würden die meisten Regisseure den Fehler begehen zu platt und sentimental zu werden, zu billig auf die Tränendrüse zu drücken. James Marsh schlägt mit seiner Stephen-Hawkings-Biographie nicht in diese Kerbe. Er zeichnet sehr einfühlsam zwei junge Liebende und zeigt an ihren Figuren, was trotz aller Widrigkeiten erreicht werden kann.
Dabei machen seine beiden Hauptdarsteller es Marsh wirklich sehr leicht, denn die Chemie, oder besser gesagt die Physik zwischen den beiden ist perfekt. Eddie Redmayne spielt völlig unaufgeregt ein nerdiges und an seiner schweren Krankheit laborierendes Superhirn mit verdammt großem Herzen. Bei Felicity Jones reicht ein Blick in ihre Augen, ohne dass sie auch nur eine einzige Zeile sprechen muss, um ihre Zuneigung für Stephen zu sehen.
Doch Marsh erzählt nicht nur die ungewöhnliche Liebesgeschichte. Ihm gelingt es ebenso die Theorien Hawkings auch für Nichtphysiker auf eine Minimalverständlichkeit runterzubrechen, ohne sie dabei zu banalisieren. Er schafft es selbst bei Fachfremden ein Fünkchen Begeisterung für die Geburt der Zeit zu entfachen. Sehr dezent eingesetzter, geschmackvoller Humor und eine unaufdringliche, aber einfallsreiche Kamera-Inszenierung runden das Bild ab.
"Die Entdeckung der Unendlichkeit" ist eine äußerst geschmackvolle Biographie des berühmten Wissenschaftlers, die tief berührt ohne dabei billig zu werden. Die Geschichte setzt noch vor dem Auftreten der Krankheit ein und begleitet Hawkings bis in Alter. Die sehr stilvolle Regie James Marshs wird von Eddie Redmaynes und Felicity Jones' grandiosem Schauspiel noch mühelos übertroffen. Ein wunderbarer Weg auf eine Krankheit wie ALS aufmerksam zu machen.

Fazit: 85 %

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