3. Januar 2015

Herz aus Stahl

© Sony

Regie: David Ayer
Land / Jahr: USA, Großbritannien, China 2014












April 1945 in Deutschland: Frischling Norman (Logan Lerman) hat keine Panzerübungen absolviert, noch nie in einem der stählernen Kolosse gesessen, wird aber der Truppe rund um "Wardaddy" (Brad Pitt) zugeteilt. Sie müssen den letzten Willen der Nazis brechen, die trotz der unausweichlichen Niederlage nicht aufgeben und erbitterte Schlachten liefern.
Norman wird am Anfang deutlich gemacht, dass er nicht im Krieg gelandet ist, um Freunde zu finden oder Abenteuer zu erleben. Er soll einfach nur möglichst viele Nazis töten - egal wie. Um nicht selbst zu sterben ist Wardaddy und seinen Jungs alles recht. Sie sind nicht weniger verroht als die Faschisten.
Gerade diese Nachricht macht David Ayers "Herz aus Stahl" so sehenswert. Denn sein Trupp besteht nicht aus Helden oder leuchtenden Vorbildern. Sie sind die Tötungsbestien, die nach Deutschland geschickt wurden um die anderen Tötungsbestien aufzuhalten. Um sicher zu gehen, dass sie nicht selbst unter der Erde landen, richten sie kapitulierende und wehrlose Feinde hin. Wardaddy macht keinen Hehl daraus, dass selbst Kinder getötet werden sollen, wenn sie eine Waffe tragen.
Genauso schmutzig wie gekämpft wird ist auch die Atmosphäre des Filmes. Kameras, die an den Seiten der Panzer angebracht sind und sich durch Unmassen an Drecks und Schlamm graben verdeutlichen, dass es keine Klassenfahrt ist. Für Norman allerdings das kleinste Problem, denn in ihm muss der Spaß am Töten erst noch geweckt werden.
Im Finale wird "Herz aus Stahl" leider dann doch noch ein wenig zu heroisch, als sich der kleine Fünf-Mann-Trupp rund um den unbezwingbaren Panzerkommandeur einem etwa 300 Mann starken SS-Bataillon stellt und versucht dieses mit einem relativ cleveren Trick aus dem Weg zu räumen. Das hätte es dann doch nicht gebraucht.
David Ayers "Herz aus Stahl" ist ein lauter und dreckiger Actionfilm, der trotz all dem Geballer und eines etwas zu heldenhaften Finales sehr deutlich Stellung gegen den Krieg nimmt. Optisch überzeugt der Film durch seine erdigen Töne und die aufwändigen Sets, auch einige Massenszenen wirken sehr opulent. Für empfindliche Gemüter ist "Herz aus Stahl" allerdings nicht empfehlenswert. Denn nicht nur die skrupellosen Figuren, sondern auch die stellenweise krasse Brutalität ist mitunter schwer zu verdauen.

Fazit: 70 %

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