2. Januar 2015

Interview, The

© Columbia

Regie: Evan Goldberg, Seth Rogen
Land / Jahr: USA 2014












Dave Skylark (James Franco), der Moderator von "Skylark Tonight", erfährt, dass Nordkoreas Diktator Kim Jong-un ein großer Fan seiner Show ist. Show-Produzent Aaron Rapaport (Seth Rogen) vereinbart einen Interview-Termin mit dem Regierungschef. Doch als das CIA davon erfährt, bekommen die beiden Journalisten den Auftrag Kim zu töten.
Schon vor der Veröffentlichung war die kleine Komödie in aller Munde. Sicherlich handelt es sich nicht um einen ernst gemeinten Film, aber die Tatsache, dass ein existierender Regierungschef nicht nur parodiert, sondern auch fiktiv getötet werden soll ist schon sehr kontrovers. Besonders der nordkoreanischen Regierung stieß der Film übel auf, harte Racheakte wurden angekündigt, sollte "The Interview" erscheinen. Sony zog die Parodie nicht zurück und wurde kurz darauf Opfer einer schweren und kostspieligen Hackerattake.
Dann sollte der Film doch nicht erscheinen, aber aufgrund von massivem politischen und medialien Drucks ruderte der Branchenriese zurück und brachte den Film in die US-Kinos. "The people have spoken! Freedom has prevailed! Sony didn't give up! The Interview will be shown at theaters willing to play it on Xmas day!", twitterte Regisseur und Hauptdarsteller Seth Rogen triumphierend.
Rogen selbst spielt in "The Interview" den Produzenten Aaron Rapaport, der auch mal ein seriöses Interview arrangieren möchte. Und ein Gespräch mit einem der zurückgezogensten Regierungsoberhäupter überhaupt würde ihm und seinem Kompagnon Dave Skylark Tor und Tür für jedes beliebige Interview öffnen. Gemeinsam machen sich die beiden auf in das eigenwillige Land, von dem der Zuschauer nicht viel zu sehen bekommt. Einmal in Nordkorea angekommen geht es in die Berge zu Kims bescheidener Behausung, wo sich die letzten Zweidrittel abspielen.
Der Plan geht schnell schief, die tödliche Dosis geht verloren. Eine zweite Ladung Gift wird auf blödsinnigem Wege nach Nordkorea gebracht, auch Sanktionen für den nächtlichen Ausflug gibt es keine. So konsequent sind die Nordkoreaner dann doch nicht. Insgesamt ist, wie bei den Amis so üblich, vieles überzogen und albern - so auch Kim selbst. Pandall Park nahm zwar 15 Pfund zu und wurde hübsch zurecht gemacht. Wie der große Diktator sieht er aber keineswegs aus. Er spielt eher eine comicartige Witzfigur des "großen Führers".
Einige Gags sind aber überaus gelungen. Nicht nur, dass Kim immer wieder düpiert wird, auch die beiden "Helden" müssen einiges einstecken. Gerade diese Nehmerfähigkeiten macht das Team Rogen/Franco so sympathisch, denn sie können nicht nur austeilen, sondern auch bestens einstecken und sich selbst zum Trottel machen.
Neben der derben Kritik am Kim-Regime liefert der Film sogar noch bessere Gags zur Arbeit der Medien. Wäre Dave Skylark nicht so verdammt unintelligent geraten und hätte die Geschichte nicht so viele Logiklöcher und Albernheiten, dann hätte vielleicht ansatzweise ein chaplinesker "Der große Diktator" aus dem Film werden können. So ist "The Interview" nur ein netter Zeitvertreib mit vielen guten Witzen. Der Hinweis ganz am Ende des Abspanns, dass es sich um ein fiktives Werk handeln würde, deren Figuren und Namen erfunden sind, wirkt allerdings schon grotesk lächerlich.

Fazit: 60 %

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