6. Januar 2015

Mannschaft, Die

© Constantin

Regie: Martin Christ, Jens Gronheid, Ulrich Voigt
Land / Jahr: Deutschland 2014












Bei ihren letzten Anläufen zu Titelgewinnen im internationalen Fußball ist die deutsche Nationalmannschaft immer kurz vor dem ultimativen Ziel gescheitert. Diesmal soll im fernen Brasilien alles anders und endlich der vierte Stern geholt werden.
Bei der Heim-WM 2006 war der erfahrene deutsche Regisseur Sönke Wortmann ("Die Päpstin", "Das Wunder von Bern") wochenlang mit einem Kamerateam bei der deutschen Nationalmannschaft. Er sollte einen Film mit dem Titel "Deutschland. Ein Sommermärchen" drehen, doch aus dem Märchen wurde eine Tragödie, denn die Prinzessin wurde nicht mit dem schönen Pokal belohnt, sondern fiel dem italienischen Drachen zum Opfer. Ein fader Beigeschmack.
Die Macher von "Die Mannschaft" hatten es da wesentlich leichter, denn ihr Filmfinale sorgt für Verzückung beim Zuschauer. Da ist es nahezu schon egal, was vorher passiert. Und viel ist das nicht, beziehungsweise nicht viel Neues - dafür aber gutes Bekanntes.
Die Dokumentation "Die Mannschaft" will nicht analysieren und sie ist vom Kritisieren noch weiter entfernt als Sepp Blatter vom seriösen Arbeiten. Sie will lediglich gefallen, unterhalten und zwischen den Spielen ein paar kleine Anekdoten liefern. Thomas Müller im Dirndl ist ein amüsanter Anblick und Shkodran Mustafi darf zum Physio-Besuch begleitet werden. Das war es aber auch schon.
Dennoch darf nicht vergessen werden: Die drei DFB-Mitarbeiter Martin Christ, Jens Gronheid und Ulrich Voigt sind keine Filmemacher. Sie haben die Ereignisse nicht gestellt und die Kamera wurde auf gut Glück dann draufgehalten, wenn gerade etwas passierte. Und das ist ihnen gut gelungen. Denn sie fangen auch ein paar kleine Momente, wie den singenden Christoph Kramer ein und hier und da sind sogar ein paar künstlerische Kniffe zu erkennen.
"Die Mannschaft" ist ein professionelles Urlaubsvideo mit einem märchenhaften Ende. Die Dokumentation funktioniert als das, was sie ist. Da bedarf es keiner Kritik. Was es allerdings auch nicht bedarf, ist der Moment als Bastian Schweinger Joseph Blatter wie einen Sonnengott feiert. Das ist aber auch der einzig krasse Negativmoment des Filmes.

Fazit: 60 %

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