8. Januar 2015

Ruhet in Frieden - A Walk among the Tombstones

© Square One

Regie: Scott Frank
Land / Jahr: USA 2014












Privatermittler Matt Scudder (Liam Neeson) wird von einem Drogenboss dazu beauftragt nach den Mördern von dessen Frau zu suchen. Während der Ermittlungen kommt es zu weiteren Entführungen und wieder sind die Opfer Angehörige von hochrangigen Drogendealern.
Vor gut 20 Jahren spielte Liam Neeson in "Schindlers Liste" noch einen Mann, der sein Gehirn und keine Waffen und Fäuste benutzte, um ans Ziel zu kommen. Seit dem supererfolgreichen Actionfilm "96 Hours" ist er allerdings zum A-Action-Darsteller geworden und dreht einen knallharten Ballerfilm nach dem anderen - mit einer stets sehr ähnlichen Handlung.
"Ruhet in Frieden" erinnert ein bisschen mehr an den Flugzeug-Thriller "Non-Stop" denn an "Uknown Identity" oder die "96 Hours"-Filme. Die Lawrence-Block-Adaption ist ein wenig mehr Thriller als Actionfilm - Sprich: Es wird erst geredet und wenn es gar nicht anders geht, dann lässt sich Privatdetektiv Scudder nicht zweimal bitten und drückt gerne den Abzug seiner Knarre.
Nicht gewöhnlich sind die Figuren. Die Drogenbarone wirken überhaupt nicht wie solche. Sie strahlen keinerlei Gefahr aus, haben noch nicht einmal die übliche Entourage im Schlepptau, die gewissenlos auf eigene Gefahr ermittelt. Sie wirken irgendwie deplaziert, so als ob Regisseur Scott Frank jeden Crack-Großhändler für einen Walter White hält. Besonnen und ordentlich eben.
Trotz seiner Makel hat "Ruhet in Frieden" aber einen gewissen Charme. Extrem kaltblütige Entführer und ein New York, dass man selten so menschenleer, so gottverlassen gesehen hat. Dazu ein Ermittler, der selber keine Angst vor dem Tod hat. Das liefert schon eine recht düster-depressive Stimmung.
Das Finale von "Ruhet in Frieden" ist allerdings ziemlich unglücklich geraten. Zu einfach lassen sich die Killer schnappen und zu einfach drehen sie den Spieß wieder um. Man hat das Gefühl die Figuren würden sich gegenseitig nicht ernst genug nehmen, obwohl den ultra-bösen Kidnappern ein völlig furchtloser Ermittler gegenüber steht.
"Ruhet in Frieden" ist durchschnittliche Thriller-Kost mit einigen Höhen und Tiefen. Liam Neesons Figur hat wie immer nichts zu verlieren und die Killer sind regelrechte Halsabschneider, aber leider ohne Hirn. Leider ziehen die letzten blödsinnigen 15 Minuten den Streifen noch ein Stückchen runter.

Fazit: 45 %

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