18. Januar 2015

Stranger Than Paradise

© Kinowelt

Regie: Jim Jarmusch
Land / Jahr: USA, Deutschland 1984












Willie (John Lurie) ist weniger begeistert, dass er seine ungarische Cousine Eva (Eszter Balint) für zehn Tage in seiner New Yorker Wohnung aufnehmen soll. Als Eva bei einer Tante in Cleveland unterkommt, stattet ihr Willie gemeinsamen mit seinem Kumpel Eddie (Richard Edson) einen Besuch ab.
Mit einem winzigen Budget von lediglich 100.000 Dollar liefert Autorenfilmer Jim Jarmusch nach "Permanent Vacation" seinen zweiten Film ab. Der Film ist in allen Aspekten extrem minimalistisch: Größtenteils in kleinen Wohnungen gedreht mit nur sehr wenigen Einstellungen und einer statischen Kamera. Auch die Figuren seine keine Freunde ausführlicher Gespräche, was vor allem an dem sehr wortkargen Willie liegt.
Auch die Handlung ist sehr schlicht und wenig gradlinig geraten. Jarmusch hetzt seine Figuren nicht durch die Geschichte, sondern gibt ihnen immer wieder genügend Zeit für ein paar kleine Querelen. Die Darsteller danken es ihm mit tollen Leistungen. Sie benötigen nicht viel, um ihre Figuren glaubhaft auf die Leinwand zu bringen.
Eine Kömodie ist "Stranger Than Paradise" aber definitiv nicht, selbst nicht im Jarmuschen Sinne. Sicherlich gibt es immer wieder amüsant-skurrile Momente, aber mehr ein paar Lächler kann der Film wohl nur bei ganz wenigen Zuschauern auslösen.
Es ist schon beachtlich, was Jarmusch mit dem Mini-Budget anstellt. Der ganz große Wurf ist der minimalistische "Stranger Than Paradise" nicht, aber die hervorragenden Darstellerleistungen machen ihn zu einem kurzweiligen und sehenswerten Trip in die Anfänge eines amerikanischen Filmkünstlers.

Fazit: 65 %

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