12. Januar 2015

Train - Nächster Halt: Hölle

© Sunfilm

Regie: Gary Shore
Land / Jahr: USA 2008












Eine amerikanische Ringertruppe verpasst nach einem Turnier ihren Zug nach Odessa - und das nur wegen einer rauschenden Partynacht. Glück im Unglück: Ein zweiter, kleinerer Zug fährt ebenfalls in die ukrainische Hafenstadt. Doch während der Fahrt erleben die Sportler einen blutigen Alptraum, mit dem keiner gerechnet hat.

Zu viel für die Sittenhüter
Nicht nur Eli Roth hat mit seinem Schocker "Hostel" aufgezeigt, dass das wilde Osteuropa ein gefährliches Pflaster für zivilisierte Amerikaner ist. Die Figuren von Regisseur Gary Shore scheinen das nicht mitbekommen zu haben und müssen es dann am eigenen Leibe erfahren. Eigentlich kein toller Stoff, doch ein kleiner, pikanter Umstand sorgt dafür, dass "Train - Nächster Halt: Hölle" die Aufmerksamkeit der Genrefans auf sich zog: Den deutschen Sittenhütern war das Treiben zu gewalttätig, dass der Film nicht nur indiziert, sondern sogar beschlagnahmt wurde.
Das liegt vor allem daran, dass die netten Amis nicht nur um die Ecke gebracht, sondern auch nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen werden. Denn reiche Menschen, die ebenfalls die Zugreise mitmachen, zahlen gutes Geld für ein paar frische Augen oder dringend benötigte Organe. Schon in Vorspann darf der Zuschauer einer kompletten Häutung (allerdings nur in der Unrated-Fassung) beiwohnen und sollte spätestens dann entschieden haben, ob das Thema etwas für ihn ist.
Denn der Splatter-Level ist konstant recht hoch - allerdings nicht so hoch, dass gleich ein totales Bundesverbot gerechtfertigt wäre. Da gab es in den letzten Jahren eine ganze Flut an blutigeren und grausameren Filmen, die teilweise noch nicht einmal auf dem Index gelandet sind.

Zehn-kleine-Ringer-Prinzip
Ansonsten läuft hier alles nach dem Zehn-kleine-Ringer-Prinzip ab. Sprich: Einer nach dem anderen fällt den blutrünstigen Osteuropäern zum Opfer. Und kommt es mal zu einer Kampfszene, die eigentlich immer auf Leben und Tod ist, dann ziehen die Profisportler immer den Kürzeren. Erstaunlich vor allem ist, dass sie sich niemals, außer in einer einzigen Situation, ihrer Ringerfähigkeiten bedienen. Nicht besonders klug.
"Train - Nächster Halt: Hölle" ist für US-Verhältnisse ein ungewöhnlich blutiger Horrortrip, der allerdings zu Unrecht derart berüchtigt ist. Abgesehen von der Idee, alle Protagonisten zu Ringern zu machen, gibt es eigentlich keine Ideen in diesem schwachen Slasher, der nach dem ganz üblichen Muster und ohne Überraschungen abläuft. Die deutsche "Keine Jugendfreigabe"-Fassung von Sunfilm ist übrigens um über sechs Minuten an Gewaltszenen geschnitten. Bei der beschlagnahmten handelt es sich um die Veröffentlichtung aus Österreich des Labels Illusions Unlimited, die sogar noch länger ist, als die US-Kinofassung.

Fazit: 30 %

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