11. Januar 2015

When Animals Dream

© Prokino

Regie: Jonas Alexander Arnby
Land / Jahr: Dänemark 2014












In einem kleinen Fischerdörfchen lebend bemerkt Marie (Sonia Suhl) wie ihr Körper sich verändert. Haarwuchs setzt am ganzen Körper ein, ihre Fingernägel beginnen zu bluten, sie wird immer kräftiger. Die anderen Einwohner fürchten sich vor der jungen Frau, ebenso wie sie schon vor einiger Zeit vor Maries Mutter in Angst lebten.
Marie ist eine magere, zierliche junge Frau, die sich über ihren Körper wundert. Sie weiß am Anfang ebenso wenig wie der Zuschauer was mit ihr geschieht. Die Metamorphosen gehen langsam vonstatten, nicht so impulsiv wie man es von Schockern wie "Das Tier" kennt. Immer sind es nur Details, die die Verwandlung bezeugen.
Von seiner Atmosphäre erinnert "When Animals Dream" an den schwedischen Vampirfilm "So finster die Nacht". Märchenhafte Bilder, viele schöne Kameraeinstellungen und dazu ein kleines Dörfchen als Kulisse: Jonas Alexander Arnbys Film ist verträumt und melancholisch und weitaus weniger impulsiv als zum Beispiel der recht brutale Mädchen-Werewolffilm "Ginger Snaps".
Generell gibt es nur eine Handvoll Gewaltszenen, die auch wenig explizit und sehr kurz sind. Die Geschichte von Marie, die mit dem Fluch ihrer Familie zu leben hat, steht hier im Vordergrund. Erst im letzten Drittel verliert der Film seine Linie aber ein wenig und steuert auf das übliche radikale Racheszenario hin. Dabei hätte er das gar nicht gebraucht.
Im Vergleich mit "So finster die Nacht" zieht "When Animals Dream" aber in allen Kategorien den Kürzeren. Obwohl nur unwesentlich weniger Budget zur Verfügung stand, ist die dänische Variante nur ganz selten so eindrucksvoll wie das schwedische Vorbild. Dennoch ist diese Werewolf-Mär sehenswert, schon weil sie etwas frisches Blut ins Horrorgenre bringt und weil Sonia Suhl ihre Rolle wirklich gut spielt.


Fazit: 65 %

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