22. Januar 2015

Wild - Der große Trip

© 20th Century Fox

Regie: Jean-Marc Vallée
Land / Jahr: USA 2014












Cheryl (Reese Witherspoon) hatte einige Probleme in ihrem Leben mit ausschweigenden Sex-Exzessen und harten Drogen. Um zu sich selbst zu finden macht sie sich auf einen über 1000 Meilen langen Solo-Trip entlang der amerikanischen Westküste.
In anderen Filmen dieser Art ist der zentrale Aspekt immer der Kampf Menschen gegen Natur. In "Into the Wild", "The Grey" oder "127 Hours" zum Beispiel ging es darum, dass fragile Menschen versuchen sich in der freien Natur zu behaupten. In der Biographie "Wild - Der große Trip" geht es weniger darum die Gegenwart, denn die Vergangenheit zu bewältigen. Denn Cheryl wird von ihren eigenen Dämonen verfolgt, muss den Tod ihrer Mutter und die schmerzhafte Trennung von ihrem Ehemann verarbeiten.
Dabei kommt kaum Spannung auf, die kurzweilige und undramatische Begegnung mit einer Klapperschlange ist schon das Maximum. Doch auf Suspense legt es der kanadische Regisseur Jean-Marc Vallée gar nicht an. Ihm geht es nicht um eine Überlebens-, sondern um eine Lebensgeschichte. Vallée will die Psyche der jungen Frau ergründen.
Das funktioniert sehr gut, weil Reese Witherspoon eine ausgezeichnete Performance liefert. Sie spielt die gebrochene Frau absolut überzeugend und hält somit den inhaltlich nicht besonders überzeugenden Abenteuer-Film am Leben.
In die Wander-Handlung von "Wild - Der große Trip" werden immer wieder tragische Rückblenden untergeschnitten. Und zwar so oft, das gut ein Drittel der Filmes nur aus Rückblenden besteht. Das bremst die Geschehnisse in der Gegenwart extrem aus.
"Wild" ist ein großer Depri-Trip, der von seinen tollen Darstellern lebt. Leider kann die arg feministische Geschichte, die viel zu oft den männlichen Figuren den schwarzen Peter zuschiebt, da nicht mithalten. "Wild" steht im Schatten von Vallées ausgezeichneten Werken "Dallas Buyers Club" und "C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben". Dieses Abenteuer wird einfach von viel zu viel Drama beherrscht.

Fazit: 65 %

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