22. Februar 2015

Inherent Vice - Natürliche Mängel

© Warner

Regie: Paul Thomas Anderson
Land / Jahr: USA 2014












Ohne Vorwarnung steht plötzlich Shasta Fay Hempworth (Katherine Waterston), die nachgeweinte Exfreundin, in der Wohnung von Larry "Doc" Sportello (Joaquin Phoenix) und bittet ihn um seine detektivische Expertise. Kurz darauf ist Shasta von der Bildfläche verschwunden und "Doc" steckt in verzwickten Verwicklungen.
Was Paul Thomas Anderson mit "The Master", seinem heißerwarteten Hoffnungs-Meisterwerk, begann, führt er mit "Inherent Vice - Natürliche Mängel" weiter: Der Film hat in fast allen Belangen dazu das Potential ein Geniestreich zu werden, doch seine Pseudo-Handlung stellt ihm mehr als nur ein Bein. Der rote Faden ist hier eher eine Art rotes Wollknäuel.
Es ist einer dieser Filme, bei denen sich nach dem Kinobesuch die Frage stellt: "Bin ich zu blöd den Film zu verstehen oder liegt es an der verworrenen Handlung?" Selbst besonders aufmerksame Zuschauer werden am Ende Probleme haben, die Handlung zusammen zu setzen. Die Flut an Namen auseinander zu halten, ist schier unmöglich. Und Regisseur Anderson nimmt den Zuschauer nicht an die Hand und führt ihn durch ein unnötig kompliziertes Werk. Er lässt ihn viel zu oft ganz allein.
Dabei stimmt ansonsten eine Menge: Das 70er-Jahre-Feeling, sehr gute, im Falle von Joaquin Phoenix sogar brilliante Darstellerleistungen, viele originelle Lacher und auch optisch haben sich die Departments große Mühe gegeben. Die Freigabe ab 16 Jahren rührt vor allem von den zügellosen sexuellen Anspielungen her, die absolut amüsant daher kommen.
"Inherent Vice - Natürlich Mängel" weist einige Schönheitsfehler in seiner Erzählstruktur auf. Abgesehen davon, dass der Film mit seinen 148 Minuten Laufzeit einfach viel zu lang geraten ist, ist er leider genauso wirr wie seine sympathische Hauptfigur. Die unzähligen Figuren erzählen von unzähligen anderen Figuren - da geht der Durchblick nicht nur bei "Doc" sehr schnell verloren. Andersons Werk liegt leider hinter den Erwartungen zurück und lässt hoffen, das sein nächster Film ein gutes Stück strukturierter wird - denn der Rest stimmt eigentlich immer.

Fazit: 70 %

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