9. Februar 2015

Unbroken

© Universal

Regie: Angelina Jolie
Land / Jahr: USA












Louis Zamperini (Jack O´Connell) überlebt gemeinsamen mit zwei weiteren Soldaten einen Flugzeugabsturz während des Zweiten Weltkrieges, bei einem Angriff auf Japan. Doch die Männer haben kaum Grund zur Freude, treiben sie doch erst für 47 Tage auf dem offenen Meer und geraten dann in japanische Kriegsgefangenschaft.
Mit ihrem bei Kritikern sehr umstrittenen "In the Land of Blood and Honey" machte Angelina Jolie als Regisseurin deutlich, dass sie keinen Zweifel daran lassen will, wer der Gute und wer der Böse ist. Sie bezog zu eindeutig Stellung in diesem Antikriegsfilm. Bei "Unbroken" ist das nicht anders geworden. In der Beziehung hat Jolie nichts aus dem einseitigen Jugoslawien-Krieg-Film gelernt.
Denn auch in "Unbroken" lässt sie keinen Zweifel daran, wer gut und wer böse ist. Denn die Japaner haben keine einzige positive Eigenschaft. Sie sind kaltherzig, erfolgsgesteuert und gewalttätig. Die Amerikaner hingegen: Welch ein tugendhaftes Volk, dass sich gandhihaft den Unterdrückungen widersetzt.
Wer da differenzieren kann und von der sehr platten Strukturierung absieht, bekommt einen wirklich interessanten und unterhaltsamen Film geboten. Eine Lebensgeschichte, die abseits dessen, dass sie wieder einmal ein ewiger Lobgesang auf die wunderbare USA ist, trotzdem noch ein gutes FIlmherz beweist. Denn "Unbroken" ist kein Film der Rache, sondern predigt Vergebung.
Es ist die Geschichte eines Mannes, der erst nicht willkommen war in den Vereinigten Staaten, sich aber durch Leistung Respekt verdiente. Der sich selbst aufopfert und bis zum Ende nicht zurücksteckt. Und der vor allem nicht versucht, die Japaner zu bekämpfen, sondern seinen Feinden vergibt.
"Unbroken" ist vor allem ein Abenteuerfilm, der in drei große Kapitel zerteilt ist: 1. Der Aufstieg zum US-Sporthelden, 2. Das Überleben auf See und 3. Die Kriegsgefangenschaft bei den Japanern. Dabei gibt es für den Protagonisten und die Zuschauer viel zu erleben. Und da es sich um eine "wahre" Lebensgeschichte handelt, beugt sich die Handlung glücklicherweise nicht jedem üblichen Filmklischee.
Angelina Jolie ist keine große Erzählkünstlerin, ihre Figurenzeichnung ist oberflächlich, was selbstverständlich keinen ihrer Darsteller zu Topleistungen anregt. Dennoch ist "Unbroken" ein gelungenes Abenteuer-Plädoyer für Vergebung, anstatt in den üblichen Rachefantasien aufzugehen und das Töten zu rechtfertigen.

Fazit: 70 %

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