26. März 2015

Disconnect

© Weltkino

Regie: Henry Alex Rubin
Land / Jahr: USA 2012












Der Teenager Ben Boyd (Jonah Bobo) hat im Internet ein Mädchen kennengelernt, doch hinter dem Profil stecken zwei andere Jungen, die ihm übel mitspielen wollen. Unterdessen gelingt es der Journalistin Nina Dunham (Andrea Riseborough) eine spektakuläre Geschichte über Internetpornografie mit Minderjährigen zu machen. Zuletzt wurde das Konto eines Pärchen leergeräumt, die zu locker mit ihren Daten im World Wide Web umgegangen sind.
Drei lebensnahe Geschichte über die Tücken im Umgang mit dem Internet werden hier zu einem packenden Thriller verwoben. Regisseur Henry Alex Rubin macht mit seinem interessanten Episoden-Film "Disconnect" auf Cyber-Mobbing, Datendiebstahl und Pornografie aufmerksam und ist dabei auf der Höhe der Zeit.
Seine drei Geschichten sind qualitativ nicht auf dem gleichen Level. Die Pornografie- und die Cybermobbingstory funktionieren besser, als die Jagd auf den Daten- und Kontodieb. Letztere Episode hat zwar durchaus ihre Existenzberechtigung und ist spannend, kann aber nicht mit den tragischen Ereignissen mithalten, mit denen der Schüler Ben und die Reporterin Nina konfrontiert werden.
Immer wieder springt Regisseur Rubin zwischen seinen drei paralell stattfindenden Ereignissen hin und her. Er verlässt die einzelnen Episode nie zu früh oder zu spät und beweist ein hohes Gespür für Timing. Das kommt natürlich vor allem der Spannung zugute, sodass "Disconnect" den Zuschauer mit den Figuren mitfiebern lässt.
Henry Alex Rubins Spielfilmdebüt "Disconnect" ist dramatisch und spannend erzählt und profitert nicht nur von seiner modernen Handlung, sondern auch von den tollen Schauspielern. Der Regisseur verfällt niemals der Sensationsgier, seine Wendungen sind logisch und simpel, dennoch nicht vorhersehbar. Makellos ist das Drehbuch aber trotzdem nicht, denn die Geschichten laufen größtenteils nur nebeneinander her und stehen jede für sich, die Überschneidungen sind leider viel zu zaghaft und so wird aus drei tollen einzelnen Erzählsträngen am Ende nicht wirklich das erhoffte große Ganze.

Fazit: 75 %

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