10. März 2015

Kingsman - The Secret Service

©20th Century Fox

Regie: Matthew Vaughn
Land / Jahr: Großbritannien 2014












Um den Verlust des Superagenten Lancelot aufzufangen castet der Geheimdienst "Kingsman" eine Gruppe junger Leute, unter denen auch Gary "Eggsy" Unwin (Taron Egerton) ist, dessen Vater schon im Dienst seiner Majestät ermittelte. Und während der wenig noble Eggsy sich gegen seine Bonzen-Mitbewerber durchsetzen muss, steht auf Valentines (Samuel L. Jackson) Tagesordnung die Ausrottung der Menschheit.
Der Ehemann von Claudia Schiffer hat schon mit "Kick-Ass" einen unvergesslichen Eintrag in die Chroniken der Comic-Adaptionen geschaffen. Ein Film, der trotz seiner fröhlichen Handlung nicht davor zögerte ein Sammelbecken für Schimpfworte und blutige Verstümmlungen zu sein. Und wer "Kick-Ass" mochte, dem wird auch "Kingsman - The Secret Service" gefallen. Denn Matthew Vaughn mischt seine Formel für "Kick-Ass" mit den Regeln und der Ästhetik des klassischen Agentenfilms alá James Bond und kreiert daraus einen Comic-Agenten-Hybriden.
Dieses Crossover überzeugt vor allem in seiner Inszenierung. Denn einerseits zieht Vaughn ein sehr straffes Tempo durch, ohne dem Zuschauer Atempausen zu gönnen. Andererseits verfällt er dabei nie in Hektik. Vaughn verzichtet glücklicherweise auf eine Wackelkamera - das Werkzeug der unkreativen Actionregisseure. Seine Kamera erinnert mit ihren klaren, aber dennoch sehr dynamischen Linien an die Samurai-Filme von Akira Kurosawa.
Ebenfalls sehr gelungen sind die Figuren. "Kick-Ass", "Der Sternwanderer" oder "X-Men: Erste Entscheidung": Matthew Vaughn hatte noch nie Probleme damit mit einer Vielzahl an mitunter sehr unterschiedlichen und ungewöhnlichen Gestalten umzugehen und jedem eine angemessene Screentime zu gönnen - So ist es auch in "Kingsman- Secret Service". Der hauptberufliche Verbrecher Valentine erinnert mit seinem sprachlichen Handicap ein wenig an den Joker in "The Dark Knight". Seine tötende rechte Hand ohne Beine Gazelle (Sofia Boutella) lässt Erinnerungen an Quentin Tarantinos Gogo Yubari aus "Kill Bill" aufkommen und es sollte sich wohl jedem erschließen, dass Eggsys Senior-Arbeitskollege Harry Hart (Colin Firth), der fluchende Bruder von James Bond sein könnte.
Neben all den wunderbaren Figuren und der sehr einfallsreichen und stilvollen Umsetzung gibt es einen Aspekt, der nur gerade so den Sprung über den Durchschnitt geschafft hat: Die Handlung. Eggsys Rekrutierung, dauert zum Glück eine gute Stunde, so dass die übliche "Böser Verbrecher will Menschheit ausrotten"-Geschichte nur die zweite Geige spielt. Matthew Vaughn beweist aber wieder einmal, dass brutale Gewalt, deftige Kraftausdrücke und Unterhaltung bestens mit Niveau und gutem Geschmack harmonieren. Und er scheint eine große Freude daran zu haben, manchmal die Genreregeln brav zu befolgen und manchmal vollends zu zerlegen.

Fazit: 75 %

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