14. März 2015

Männerhort

© Constantin

Regie: Franziska Meyer Price
Land / Jahr: Deutschland 2014












Die drei Freunde Eroll (Elyas M'Barek), Lars (Christoph Maria Herbst) und Helmut (Detlev Buck) haben einen gemeinsamen Zufluchtsort vor ihren Frauen: den Männerhort. Dort können sie einmal richtig Mann sein, entspannen, Videospiele zocken und Bier trinken. Doch nicht nur die Frauen, sondern auch Facility Manager Aykut (Serkan Centinkaya) machen ihnen das Leben schwer.
Regisseurin Franziska Meyer Price versammelt die komplette Komödien-Konkurrenz von Til Schweiger und Matthias Schweighöfer vor der Kamera. Die Rollen sind klar verteilt: Elyas M'Barek spielt Prince Charming für die Damen, Christoph Maria Herbst soll mit seinen frivolen Sprüchen der Grund sein, mit dem Männer den Kinobesuch rechtfertigen und Detlev Buck vertritt den Stereotyp des netten Homosexuellen. Später kommt auch noch der unterdrückte Türke Serkan Centinkaya dazu.
Um mehr hat sich die Regisseurin allerdings nicht bemüht und hofft wohl, dass diese schmierigen Abziehbildchen von Figuren reichen, um ein paar Dumme in die Kinos zu locken. Elyas M'Barek kann als einziger wenigstens noch ein paar Pluspunkte einfahren, danach wird es wirklich bitter: Christoph Maria Herbst spielt eine Karikatur seines Stromberg, Detlev Bucks Figur wird zum billigen Quoten-Schwulen degradiert und Serkan Cetinkayas Putzmann schafft es tatsächlich noch, alles zu unterbieten. Sein Klischee-Türke, der von einer sadistischen Frau zum Schweinefleischessen gezwungen wird ist wohl für beide Seiten ein rassistischer Affront.
Die Abziehbildchen von "Männern", diese kümmerlichen Existenzen über die sich Meyer Price mit einer Art sadistischem Feminismus lächerlich macht, haben dazu noch großes Pech, dass der Film eigentlich gar keine Handlung hat. Gar keine. Denn die Frauen sind gar nicht so schlimm, das Problem mit dem Verlust des Männerhorts könnte einfach in einem dreiminütigen Gespräch gelöst werden und die schwachsinnigen Verzwickungen, die in der zweiten Hälfte noch hinzukommen sind gar nicht erst der Rede wert.
Einziger Lichtblick sind ein paar amüsante Comedy-Szenen, allerdings nur jene in den Dialogen. Sobald man über Momente wie die groteske Szene mit dem Klohäuschen lachen soll oder das mit Schuhen überfüllte Auto, werden nicht einmal die primitivsten Existenzen ein Schmunzeln über die Lippen bringen.
"Männerhort" schafft das fast Unmögliche und unterbietet sogar noch die pietätlosen Komödien von Til Schweiger und seinem bösartigen Ziehsohn Matthias Schweighöfer. Ein Film mit so oberflächlichen Figuren würde es unter normalen Bedingungen noch nicht einmal ins deutsche Fernsehen schaffen. Lediglich die Besetzung macht ein Kinorelease möglich, mit dem über 1,1 Millionen Zuschauer gefoltert wurden. Franziska Meyer Price ist der Todesengel der deutschen Komödie und hat den Tiefpunkt des Genres geschaffen.

Fazit: 20 %

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