25. März 2015

Sacrament, The

© Constantin

Regie: Ti West
Land / Jahr: USA 2013












Zusammen mit zwei Journalisten-Kollegen macht sich Patrick (Kentucker Audley) auf den Weg zu einer im südamerikanischen Dschungel lebenden Sektengemeinde. Denn dort trifft er auf seine Schwester, die dem Guru Vater (Gene Jones) hörig ist. Was auf den ersten Blick den Eindruck einer glücklichen Kommune macht, entpuppt sich als Ort der Unterdrückung.
"The Sacrament" ist ein günstig produzierter Found-Footage-Horror-Film, der wie nahezu jedes Werk dieses Subgenres schnell an die Grenzen der inszenatorischen Logik stößt. Warum sollte die Sekte überhaupt jemanden auf ihrem Gelände filmen lassen, warum wird die klobige Kamera nicht entdeckt und wieso kümmert sich der Filmende auch in lebensbedrohlichen Momenten um ein gutes Bild? Alles Fragen, die nur sehr dürftig beantwortet werden. Immerhin: Die Kamera wackelt zum Glück nur selten.
Abseits dieses Problems braucht Ti West einfach viel zu lange, bis es endlich mal richtig spannend wird. Erst der Hilferuf auf einem zugesteckten Zettel zerstört die Urlaubsatmosphäre vollends und bis dahin ist gut eine Stunde mit Friede, Freude, Sektenglück vergangen. Die Vorwürfe, die dem Gruppenoberhaupt Vater gemacht werden, müssen sowohl die Reporter als auch der Zuschauer glauben, denn nichts davon ist jemals zu sehen. Wenigstens bekommt bei Ti West niemand aus klischeehaften Gründen pauschal das Überleben zugesprochen. Das macht immerhin die letzte halbe Stunde zu einem spannenden Survival Trip.
Gut 20 Minuten kürzer hätte "The Sacrament" sein dürfen, um wenigstens einigermaßen eine adäquate Balance zwischen der Einleitung und dem totalem Zusammenfall des Systems herzustellen. Dass der Untergang des Imperiums durch eine schlichte Zettelbotschaft seinen Anfang findet, wirkt jedoch etwas konstruiert, schließlich war die Glaubengemeinschaft auf den Besuch der Journalisten vorbereitet. Auch mit wenig Mitteln hätte man aus dem Stoff, der sich eindeutig am Jonestown Massaker von 1978 orientiert, deutlich mehr machen können. Schade, denn Regisseur West verschenkt einiges an Potential.

Fazit: 45 %

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