16. März 2015

Stereo

© Wild Bunch

Regie: Maximilian Erlenwein
Land / Jahr: Deutschland 2014












Erik (Jürgen Vogel) fährt gerne Motorrad und liebt seine neue Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller). Eines Tages bekommt er Besuch von Henry (Moritz Bleibtreu), der von nun an nicht mehr von seiner Seite weicht. Das Problem: Nur er kann Henry sehen und hören. Und sein unsichtbarer Freund prophezeit nichts Gutes.
Ein deutscher Thriller. Ungewöhnlich. Auch die Bilder von "Stereo" erinnern nicht an typisch deutsche Filme. Der Film könnte überall spielen. Autor-Regisseur Maximilian Erlenwein erzählt eine eigensinnige Geschichte, die nicht lokal gebunden ist.
Diese Story ist sehr atmosphärisch. Dazu trägt einerseits die düstere Stimmung bei, andererseits die dumpfe Musikuntermalung. Und besonders vielschichtig sind die beiden Hauptfiguren: Der charismatische Erik und sein Hirngespinst, der provokante Henry. Sie tragen den größten Teil von "Stereo", sind dessen Aushängeschilder. Nicht ganz so gelungen ist hingegen die Figur von Eriks Schwiegervater in spe. Wolfgang, gespielt von Rainer Bock, ist ein langweiliger Polizist, der von diesem Film fast völlig verschluckt wird und komplett hätte rausgeschrieben werden können.
Langsam aber stetig entwickelt sich die Geschichte. Es hätte auch die ein oder andere witzige Szene geben können, aber die ernst-depressive Szenerie lassen das nicht zu. Was sie jedoch zulässt sind zwar sehr dosiert eingesetzte, aber mitunter recht harte Gewaltszenen wie Einschüsse oder blutige Schläge. Auch sehr unüblich für Filmkunst aus deutschen Landen.
"Stereo" ist ein wirklich gelungener Trip in menschliche Abgründe. Anfangs erinnert er noch an Werke von David Lynch mit einer Prise von Nicolas Winding Refns "Drive". Maximilian Erlenweins Psycho-Triller bietet unverbrauchte Bilder, gute Darsteller und unerwartete Actionszenen. Und zwar nicht überzogene Idiotenaction am laufenden Band wie Til Schweiger es in "Schutzengel" getan hat, sondern akzentuiert eingesetzte Gewaltausbrüche. Nicht nur wegen seines Alleinstellungsmerkmals ist "Stereo" sehenswert.
Fazit: 70 %

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