27. April 2015

Chappie

© Sony

Regie: Neill Blomkamp
Land / Jahr: Großbritannien, USA, Kanada 2014












Im südafrikanischen Johannesburg sorgen Polizei-Roboter für Recht und Ordnung auf den Straßen. Ihr Erfinder Deon Wilson (Dev Patel) setzt aber nicht nur auf Kampfmaschinen, sondern installiert einem ausrangierten Exemplar heimlich eine neue Software. Sein "Chappie" soll menschliche Züge haben, doch Gangster wollen ihn zum Profiverbrecher erziehen.
Ein bisschen kleiner Helfer wie "Nummer 5", eine kleine Prise Slapstik und gute Programmierung wie "C-3PO", aber eine neue Version von "Robocop", dem knallharten Blech-Cop der Zukunft, ist "Chappie" keineswegs. Es geht nicht um düstere Action; Regisseur Neill Blomkamp kümmert sich eher um philosophische Fragen. Er stellt die Frage der Menschwerdung auf biologische, ethische und religiöse Weise.
Nicht immer stilsicher geraten ist die Evolution des infantil-freundliche  Chappie. Es scheint Blomkamp jedoch verdammt glücklich zu machen, zu zeigen, wie sich der Blechhaufen wie ein Gangsterrapper benimmt und sich Goldkettchen um den Metall-Hals hängt. Ist manchmal ganz witzig, bringt den Film aber nicht weiter.
Was man Blomkamp aber immer zugute heißen muss: Er erzwingt ungern Actionszenen. Und da die Geschichte um den Heavy-Metal-Cop auch kaum Ballerei bedarf, geht es in "Chappie" unerwartet ruhig zu. Lediglich Widersacher Vincent Moore (Hugh Jackman) sät aus Neid hier und da ein paar Schuss Munition.
Wirft man einen Blick auf die drei südafrikanischen Sci-Fi-Werke von Neill Blomkamp, so lässt sich ein qualitativer Abwärtstrend nicht abstreiten.  "District 9" war noch frisch und wahnsinnig innovativ, "Elysium" ließ schon einige Mängel aufblitzen und "Chappie" wirkt noch ein gutes Stück unausgeglichener. Dennoch hat er auch seine interessanten Seiten und lässt weiter hoffen, dass Blomkamp in der nächsten Zeit mal wieder ein großer Wurf gelingt.
Fazit: 60 %

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