4. April 2015

ewige Leben, Das

© Majestic

Regie: Wolfgang Murnberger
Land / Jahr: Österreich 2015












Jahre nach seinem letzten Fall ist Brenner (Josef Hader) ganz unten angekommen. Er ist verwirrt, arbeits-, mittel- und obdachlos. Aber, nein: Da fällt ihm ein, dass er ja noch ein Haus in Graz besitzt. Doch ein paar alte Bekannte und letztlich Brenners loser Zeigefinger lösen ein Durcheinander mit ein paar Leichen aus.
In "Das ewige Leben", dem erst vierten Film, aber sechsten Roman der Reihe des österreichischen Krimiautoren Wolf Haas ist Ex-Kommissar Brenner mehr Penner denn je. Arbeitslos war er schon öfter, aber so richtig am Boden erst jetzt. Und so gestaltet sich auch sein Kriminal-Fall mehr als skurril. Denn eigentlich hat Brenner selbst großen Anteil daran, dass es überhaupt zu Ermittlungen kommen muss.
Dabei haben die Macher der ersten drei Filme, "Komm, süßer Tod", "Silentium" und "Der Knochenmann" auch diesmal wieder ihre Finger im Spiel und das ist auch gut so. Denn die Brenner-Krimis gehören zu den besten Reihen der jüngsten Geschichte des Genres und können es sogar mit den momentan besonders beliebten skandinavischen Ablegern aufnehmen. Mit einer gehörigen Prise echtem österreichischem Charme.
Diesmal ist es aber der Fall nicht so genial konstruiert wie noch in den Vorgängern. Alles bleibt ein bisschen schwammig und eigentlich passiert auch nicht so viel. Hinzu kommt, dass die Figur der Dr. Irrsiegler (Nora Von Waldstätten) sich unglaubwürdig abgezockt verhält. Einfach so eine Menschen umzubringen, das traut man ihr nicht zu. Da gerät das Konstrukt doch ein wenig ins Schwanken.
Dass der Film trotzdem ziemlich gelungen ist, liegt nicht nur an der außergewöhnlich guten Performance von Josef Hader als Brenner. Es sind viel mehr die zahlreichen kleinen Geschichten, die sich um das große Ganze und ums das verkorkste Leben des Ex-Kommissars ranken. Die sind clever, interessant und hier und da wurden immer wieder ein paar wunderbare Lacher gestreut.
Fast alles an diesem vierten Brenner-Film ist top, das große Problem ist aber die Story, die diesmal überhaupt nicht überzeugen kann. Was allerdings, wie immer in dieser Reihe funktioniert, das sind die sehr menschlichen Figuren und die vielen kleinen Nebenhandlungsstränge. Zwar der schwächste Teil der Reihe, aber immer noch gut. Willkommen im, hier nicht ganz so, romantischen und schönen Graz.

Fazit: 70 %

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