10. April 2015

Exodus - Götter und Könige

© 20th Century Fox

Regie: Ridley Scott
Land / Jahr: USA, Großbritannien, Spanien 2014












Als der vom Pharao großgezogene Moses (Christian Bale) davon erfährt, dass er in Wirklichkeit Israelit ist, will er den Prophezeiungen nicht glauben. Doch die Beweise sind eindeutig und Moses flieht in die Wüste. Dort gründet er eine neue Familie und in ihm wächst das Bedürfnis sein Volk aus der Sklaverei von Gottkönig Ramses (Joel Edgerton) zu befreien.
Die biblische Geschichte um Moses und seinen Plagen-Wettstreit mit dem Pharao enthält derart viele großartige Ideen, dass es einem Regisseur vom Kaliber des Ridley Scott, der schon mit "Gladiator" sein Können auf diesem Gebiet unter Beweis stellte, ein Leichtes sein müsste, daraus ein episches Abenteuer zu schaffen. Doch davon ist Scotts Auszug weit entfernt.
"Exodus - Götter und Könige" ist zwar schon aufgrund seine Riesenbudgets in Höhe von 140 Millionen Dollar, das so einige Massenszenen erlaubt, echtes Eyecandy. Doch die ganz großen Momente, die dem Zuschauer auch nach Monaten oder sogar Jahren noch in Erinnerung bleiben, kann Scott nicht kreieren. Es wirkt so, als sei er kraft- und ideenlos und habe seinen Zenit längst überschritten.
Selbst die Plagen oder die Spaltung des Meeres wirken zwar optisch imposant, aber mitunter seelenlos inszeniert. Viele Plagen erwecken den Eindruck als würden sie rein biologisch einander bedingen - so wie es auch der Berater von Ramses erklärt. Das nimmt der Geschichte natürlich einiges an Zauber.
Ein weiteres Problem ist Ramses selbst. Joel Edgerton spielt zwar ambitioniert, wirkt aber nicht überzeugend in seiner Rolle als Gottkönig. Seinen Mangel an Erhabenheit macht er mit purer Arroganz wett. Und mit einem Gegenspieler wie Christian Bale, kann der weniger bekannte Schauspieler Edgerton überhaupt nicht mithalten. Bale spielt ihn gnadenlos an die Wand - ohne dass er selbst dabei eine seiner besten Leistungen abliefert.
"Exodus - Götter und Könige" bietet genug Potential für ein monumentales drei-, vier- oder sogar fünfstündiges Epos. Doch Ridley Scotts Regie ist viel zu blutleer und unambitioniert, um das Thema adäquat auf die Leinwand zu bringen. Handwerklich ist sein Werk solide, interessant und unterhaltsam, aber es fehlt trotz einiger Schauwerte an Seele.

Fazit: 60 %

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