12. April 2015

Fast & Furious 7

© Universal

Regie: James Wan
Land / Jahr: USA, Japan 2015












Für seinen schwerverletzten Bruder will Superverbrecher Deckard Shaw (Jason Statham) Rache an den Leuten, die dafür verantwortlich sind. Er startet eine unbarmherzige Jagd auf die Crew rund um Dominic Toretto (Vin Diesel), die daraufhin PS-mäßig zurückschlägt.
Wenn man vor einer Situation steht, bei der die Wahrscheinlichkeit zu sterben über 99 Prozent beträgt, dann ist es pure Dummheit, keinen Rückzieher zu machen. Vin Diesels Figur Dominic Toretto interpretiert Dummheit jedoch stets als Mut und entscheidet sich immer entgegen der Intelligenz. Könnte ja cool sein.
So ist auch der siebte Teil der "Fast and the Furious"-Serie wieder ein Survival-Kurs, in dem die bis ins Absurde lächerlichsten Situationen überlebt werden. Negative Höhepunkte hat der Film gleich mehrere, angefangen bei einem Auto-Fallschirmsprung, eine Selbstrettung aus einem Bus, der über dem Abhang hängt, bis hin zu einer der schwachsinnigsten Szenen der Filmgeschichte: Der Sprung von einem Turm des Etihad-Towers in den nächsten - durch die Fenster versteht sich.
Kein einziges Problem wird jemals mit Intelligenz gelöst, zu jedem Zeitpunkt nehmen alle Figuren das Verletzen und die Massentötung von Zivilisten lächelnd in Kauf. Und die logische Konsequenz für die Rache für den verletzten Bruder: Das ist natürlich die Rache an dem Rächer.
Die Struktur für jede Actionsequenz ist immer die gleiche: Zuerst erzählt eine Figur, dass es zum Beispiel die sicherste Festung überhaupt sei oder, dass der Einbruch in den Etihad-Tower absolut unmöglich sei. Danach wird das Gegenteil bewiesen. Wäre ja auch langweilig den zweitschwierigsten Turm der Welt einzunehmen. Pure Arroganz, pures Geprotze, purer Penisvergleich und das über mehr als 130 Minuten.
Da kann selbst ein so begabter Regisseur wie James Wan mit seiner unterhaltsamen Erzähltechnik nicht viel retten, wenn er ein völlig debiles Drehbuch vorgelegt bekommt. Eine Absage an dieses Projekt wäre aus karrieretechnischer Sicht wahrscheinlich eine schlechte Entscheidung Wans gewesen. Man kann nur hoffen, dass er wieder zurück zu alter Stärke findet.
In diesem König der Speed-Porn-Filme hat logisches und intelligentes Verhalten keinen Platz. Immer und immer wieder geht es nur darum zu beweisen, welche Figur das größte Glied hat. Vin Diesels Figur des Dominic Toretto gehört zu den unintelligentesten und primitivsten der Filmgeschichte, das Drehbuch ist (wieder einmal) ein völliges Desaster. Es ist so schlecht, dass James Wans Talent und seine gekonnte Inszenierung dieser wertlosen Geschichte vollkommen ausgeliefert sind. Wenigstens beim der Abschiedsszene von dem verstorbenen Paul Walker wurde von zu hohem Testosterongehalt abgesehen.

Fazit: 25 %

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