3. April 2015

Fifty Shades of Grey

© Universal Pictures

Regie: Sam Taylor-Johnson
Land / Jahr: USA 2015












Die schüchterne Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) lernt bei einem Interview den geheimnisvollen Jung-Millidär Christian Grey (Jamie Dornan) kennen. Doch die Beziehung des ungleichen Paares wird von Mr. Greys sexuellen Vorlieben auf eine schwierige Probe gestellt.
Hiebe statt Liebe stehen bei dieser Bestseller-Adaption auf dem Programm. Die kümmerliche "Geschichte" von E.L. James mit einer Laufzeit von über zwei Stunden enthält genau ein zentrales Probem, genau einen Spannungsmoment: Wird Anastasia den herablassenden Sex-Vertrag unterzeichnen oder nicht?
Das war es auch schon inhaltlich. Es geht hier mehr um die beiden unterschiedlichen Figuren, die natürlich bis ins Lächerliche überzeichnet werden. Anastasia ist nicht nur schüchtern und zärtlich, sie ist selbstverständlich auch noch Jungfrau und die Unschuld in Person. Wie in einem Disney-Film. Ihr Gegenpart ist der Klischee-Sadist Christian Grey. Dessen Verständnis von Liebe sind nicht nur ein paar BDSM-Fantasien. Er negiert jegliche Art von Zärtlichkeiten, ist vollkommen kaltherzig und seine Liebe ist lediglich auf "Sex" ausgerichtet. Ein echter 24/7-Sadist eben. Dabei attestiert er sich in triefender Arroganz ein Übermaß an Menschenkenntnis, seine Schöpferin beweist jedoch so gar kein Gefühl für Menschen und realistisches Verhalten.
Der Full-Time-SM-Fan Christian Grey braucht die Erotik in der Folterkammer wie eine Droge. Er erwartet, dass seine Partnerin zu 100 Prozent auf seine Wünsche eingeht - gibt selber aber nichts zurück. Er gibt sich gar keine Mühe, erpresst Anastasia regelrecht. Es ist ihm egal, wie Anastasia dabei empfindet. Als Dank gibt es dafür Materielles. Hübsche Gegenstände werden hier als Allheilmittel propagiert. Anastasia degrediert sich selbst zu einer Hure.
Die Inszenierung ist zwar optisch schön anzusehen, der Kameramann weiß, was er tut und das Produktionsdesign ist sehr stillvoll, aber alles läuft auf eine vollkommen irreale und unglaubwürdige Ästhetisierung von Sado-Maso heraus. Der Sinn und Zweck des Ganzen ist abstrus und irreführend.
Am schlimmsten sind jedoch die Dialoge. Die sind so übertrieben und absurd, dass sie teilweise zum Lachen anregen. Sätze wie: "Würdest du mir gehören, könntest du eine Woche lang nicht sitzen", oder "Ich bin so wütend, dass mir die Handfläche juckt" äußerst kein Mensch der Welt im echten Leben ohne dabei selbst wenigstens zu lächeln, da man sich der Komik bewusst ist.
"Fifty Shades of Grey" ist ein liebloses und geschmackloses Fetisch-Werk ohne Sinn und Verstand. Der Film vermittelt völlig verquere Werte, Geld und Reichtum werden als Allheilmittel gepriesen. Dass es auch anders geht, hat schon Lars von Trier mit "Nymphomaniac" bewiesen. Der war zwar auch gänzlich unromantisch, doch hat es von Trier verstanden, Erotik adäquat zu inszenieren. Dort hatten die Szenen etwas Sinnliches. Das einzig wirklich gute an "Fifty Shades of Grey", der völlig ohne Romantik, Erotik und Intelligenz auskommt, sind die hübschen Bilder und der gute Titel. Und wenigstens Dakota Johnson spielt einigermaßen erträglich.

Fazit: 25 %

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