6. April 2015

Focus

© Warner

Regie: Glenn Ficarra, John Requa
Land / Jahr: USA 2015












Supergauner Nicky (Will Smith) hat mit seinen Jungs Trickdiebstähle perfektioniert, als er die hübsche Amateurin Jess (Margot Robbie) ins Teams holt. Als die Romanze der beiden zerbricht, plant Nicky schon seinen nächsten Mega-Betrug. Doch dabei läuft ihm Jess wieder über den Weg.
Zuallererst muss festgestellt werden, dass die Protagonisten unmöglich auch die Helden sein können. Da muss dem Drehbuchschreiber irgendetwas vollkommen misslungen sein. Denn während solche Trickdiebstähle und clevere Betrugsszenarien in Filmen wie "Ocean's Eleven" damit gerechtfertigt werden, dass superböse und/oder superreiche Schurken ausgeraubt werden, so beginnt "Focus" mit einem Taschendiebstahl-Marathon an Durchschnittsbürgern. Normale, schwer arbeitende Menschen werden beklaut und auf diese hinterhältigen Aktionen wird im Anschluss auch noch angestoßen.
Wie soll man nach so einem Start denn noch mit Will Smith und seinem Team mitfiebern, wenn sie eindeutig zu den negativsten Figuren im Film gehören und vom Regisseur-Duo Ficarra/Requa für diese schäbigen Taten auch noch gefeiert werden, als seien sie Top-Athleten oder Pop-Stars.
Was in Punkto Figuren nicht funktioniert, macht die Geschichte oftmals aber wett. Klar, die Romanze ist nebensächlich und billig und auch das Finale ist durchschaubar. Aber hier und da gibt es einzelne Szenen, bei denen der Zuschauer auf eine falsche Fährte gelockt wird ohne es zu merken und dann ist die Überraschung groß. Und während man sich noch aufregt, wird schon eine zumindest im weiteren Rahmen von glaubwürdige Wendung angeboten.
Für die schicke Welt der Reichen und Schönen, die stets bei bestem Sonnenschein inszeniert wird, interessieren sich natürlich auch wieder ein paar spendierfreudige Großkonzerne. So gibt es immer wieder völlig plump und auffällige Schleichwerbung. So ist zum Beispiel beim Football-Spiel die Kamera so positioniert, dass das Mercedes-Symbol groß im Bild prangert. Mit ernsthaftem Filmemachen hat das nichts zu tun, das ist ganz billiges Marketing.
"Focus" ist ein durschnittlicher Heist-Movie mit interessanten Wendungen, ein paar amüsanten Momenten und bester Feel-Good-Stimmung. Allerdings machen es die abtrünnigen Trickdiebe und die schäbige Schleichwerbung schwer, dem Werk ein positives Image zu verpassen. Und abseits dieser Kritiker fehlt es "Focus" an einem der wichtigsten Elemente: Seine Protzoptik kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film der beiden Regisseure einfach nicht originell genug ist.

Fazit: 45 %

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