14. April 2015

Sieben verdammt lange Tage

© Warner

Regie: Shawn Levy
Land / Jahr: USA 2014












Der Tod des Familienoberhauptes, des geliebten Vaters und Ehemannes, lässt die ganze Familie zusammen kommen. Doch der letzte Wille des Verstorbenen war es, dass die Kinder zur siebentätigen jüdischen Totenwache gemeinsam unter einem Dach leben. Und das wird für alle Beteiligten zu einer schwierigen Bewährungsprobe.
"Sieben verdammt lange Tage" erblickte ein wenig zu spät die große Leinwand. Denn nur ein Jahr vorher konnte "Im August in Osage County" mit seiner tollen Cast und bissigen Dialogen und vor allem derselben Handlung gefallen.
Besonders im Hinblick auf die Besetzung kann Shawn Levys Film nicht mit John Wells Dramödie mithalten. Julia Roberts, Chris Cooper und Ewan McGregor sind einfach schauspielerisch schon interessanter als Jason Bateman, Tina Fey und Rose Byrne. Und den Vergleich mit Oscarnominierungs-Rekordhalterin Meryl Streep als Matriarchin kann selbst Jane Fonda nicht standhalten. Kein besonders guter Moment, diesen Film zu veröffentlichen.
Gerade Bateman und Fey machen aber von vorne herein klar, dass ein gutes Stück mehr auf Entertainment als auf seriöses Drama wie in "Im August in Osage County" gesetzt wurde. Und zwar nicht auf die stubenreine Komödien-Variante, sondern mehr auf die Ficken-Tour. "Sieben verdammt lange Tage" ist ein kleines, mitunter bösartiges Sodom-und-Gomorrah-Stück, bei dem jeder mit jedem in die Kiste steigt, ohne, dass der Film dabei zu explizit wird.
Leider bleibt die Geschichte des verstorbenen Vaters zu lange außen vor. Erst gegen Ende blitzen in einem Flashback ein paar Gefühle auf. Davor geht es darum, einer Gruppe verlogener und eigensinniger Figuren dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig zerfleischen. Das ist manchmal lustig, aber niemals tiefgründig.
"Sieben verdammt lange Tage" ist eine nette, aber größtenteils zu oberflächliche Variante eines Themas, was schon zu oft auf der Leinwand und nur ein Jahr vorher wesentlich besser abgehandelt wurde. Ein paar gute Lacher, ein paar unnötige Längen - Aber weder gibt es wirklich überzeugende noch wirklich misslungene Aspekte. Wenigstens wird der Film trotz einiger Sexmomente niemals zu albern oder geschmacklos. Zwar balanciert Shawn Levy oft gefährlich nah an dieser Grenze, doch er stolpert nie darüber.

Fazit: 55 %

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