27. April 2015

Voices, The

© Ascot Elite

Regie: Marjane Satrapi
Land / Jahr: USA, Deutschland 2014












Auf seiner neuen Arbeitsstelle weiß keiner, was der freundliche neue Kollege Jerry (Ryan Reynolds) vorher so gemacht hat. Doch als der junge Mann seine Medikamente absetzt, motivieren ihn seine Haustiere zu grausamen Morden.
Es war damals die Masche des US-Serienkillers David Berkowitz, besser bekannt als der "Son of Sam", um sich ein gnädigeres Urteil vor Gericht zu erschleichen: Berkowitz behauptete, der Hund seines Nachbarn sei von einem Dämon besessen und habe ihm die Morde befohlen. Als skurrile Mischung aus Horror, Thriller und Komödie inszeniert Marjane Satrapi nun eine Geschichte, in der ein eigentlich zahmer junger Mann sein Messer nicht unter Kontrolle hat.
Anfangs beginnt der Film sehr amüsant. Die Gespräche mit Jerrys Katze, die ihn stets beschimpft und niedermacht sind in bunten Farben gehalten. Auch der nette Engel auf seiner linken Schulter, Jerrys trotteliger und gutmütiger Hund, hat ein paar erheiternde Momente. Ganz zu schweigen von den Choreographien mit den pinken Gabelstaplern bei Jerrys Job.
Nach dem bizarren Mord an der hochnäsigen Fiona (Gemma Arterton) stutz der Zuschauer schon ein wenig, da Satrapi sich nicht dazu hinreißen lässt, die hübsche Frau überwiegend negativ zu zeichnen. Als es dann aber zu der kurzen Hetzjagd in Jerrys Apartment kommt und die liebenswerte Lisa (Anna Kendrick) auf brutale Art und Weise ihr Leben lassen muss, ist der Film schon aus dem Ruder geraten. Diese Szene ist derart beängstigend geraten, dass die komödiantischen Momente sich überhaupt nicht mehr entfalten können.
Für den Mainstream-Zuschauer dürfte diese obskure Genre-Mischung einen Schritt zu weit gehen. Sind es doch bestialische Morde, die der Protagonist immer wieder begeht. Inklusive der dazugehörigen blutigen Zerstückelung und Aufbewahrung der Leichen.
Was dieses Werk aber so ungewöhnlich macht ist, dass es von einer Frau inszeniert wurde, die sich mit dem wunderbar gesellschaftskritischen Animationsfilm "Persepolis" einen Namen machte und danach mit dem Liebesfilm "Huhn mit Pflaumen" die Zuschauer sowie Kritiker bezaubern konnte. Die Hauptrollen lässt sie von echten Hollywood-Größen spielen wie Ryan Reynolds, Anna Kendrick, Gemma Arterton und Jacki Weaver. Und das Drehbuch galt lange Zeit als unverfilmte Perle und stand auf der sogenannten "Blacklist" für besonders gute Scripts.
"The Voices" ist durchgeknallt und anfangs sehr lustig, dann aber auch bitterböse und eine Spur zu düster. Kein Wunder, denn wie diese ungewöhnliche Kombination der nur schwer zusammenpassenden Faktoren zustande kam, ist kaum verständlich. "The Voices" ist sehr kurzweilig, driftet an vielen Stellen aber schon ins Absurde ab.

Fazit: 60 %

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