18. April 2015

Wild Card

© Universum

Regie: Simon West
Land / Jahr: USA 2015












Ein wohlhabender junger Mann (Michael Angarano) engagiert in Las Vegas den knallharten Privatschläger Nick Wild (Jason Statham) als Bodyguard. Er soll ihm Geleitschutz bieten bei Casino-Besuchen, bei denen er seine Grenzen austesten will. Nick hat unterdessen ganz anderes im Sinn, als dem verwöhnten Bubi die Stange zu halten.
"Wild Card" ist für den Briten-Boxer Jason Statham ein eher ungewöhnlicher Film, denn obwohl Titel und Poster den Eindruck vermitteln wollen: Es handelt sich hierbei nicht um einen Film, der im Actiongenre anzusiedeln ist. Die wilden Szenen sind an einer Hand abzuzählen, was der Grund dafür ist, dass der Film mit einer FSK-16-Freigabe versehen wurde, obwohl es so richtig roh wird, wenn Statham dann doch mal anpacken muss.
Die Handlung spielt in den ersten 60 (von insgesamt nur 85) Minuten nur eine untergeordnete Rolle und wenn der wahre Grund für die Anstellung Nicks als Bodyguard präsentiert wird, dann spielt es irgendwie schon keine Rolle mehr. Die Geschichte plätscher so vor sich hin, die Handlung hat eher eine schmückende Funktion.
Da es sich aber um eine Romanadaption handelt und nicht um ein billiges von Spektakeln getriebenes Hollywood-Drehbuch, entscheidet erfreulich und unerwartet oft die Ratio. Was zum Quell von ein paar wirklich gelungenen Dialogen wird. Besonders die Konfrontation mit Stanley Tucci, der mit seiner Haarpracht aussieht wie eine Kopie von Andy Garcia, kann da gefallen, weil sie so wunderbar unaufgeregt ist.
"Wild Card" ist kein typischer Statham-Actioner, was man ihm gleichermaßen positiv wie negativ auslegen kann. Für einen Film dieser Art wird erstaunlich viel über den Kopf und nicht über die Fäuste geregelt. Muss Statham seine Fingerchen aber mal ballen, dann wird es ziemlich schmutzig und brutal. Bedauerlicherweise ist die Handlung aber dermaßen belanglos und irrelevant, dass "Wild Card" trotz einiger positiver Ansätze zum totalen Mittelmaß verkommt.

Fazit: 50 %

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