17. Mai 2015

Coherence

© Bildstörung

Regie: James Ward Byrkit
Land / Jahr: USA, Großbritannien 2013












Ein nah an der Erde vorbeirasender Komet bringt während eines gemütlichen Abendessens mit Freunden die Realität durcheinander. Parallele Welten greifen ineinander über und die Gäste sind sich bald nicht mehr sicher, aus welcher Welt sie eigentlich selbst stammen.
Was wie ein wirrer Fantasy-Streifen anmutet, entpuppt sich als cleveres, physikalisches und philosophisches Gedankenspiel. Es hat mysteriöse Züge wie Luis Buñuels Klassiker "Der Würgeengel", in dem die Gäste einer Party aus unerklärlichen Gründen die Räumlichkeiten nicht verlassen können, jedoch entbehrt "Coherence" gänzlich dessen Witz.
Dafür ist James Ward Byrkits Werk ein sehr erwachsener Film. Es ist die nicht übliche Gruppe pubertärer Jugendlicher oder bekiffter Studenten, die sich dieser ausgefallenen Problemsituation ausgeliefert sieht. Die Figuren sind gebildete Erwachsene, die einer durchdachten Lösung entgegen streben, daran jedoch zu scheitern drohen.
Viele Ansätze werden von den Figuren besprochen, für den zwar korrekten, aber dennoch nur extrem schwer für glaubwürdig haltbaren, können sich erstaunlich viele Figuren erstaunlich schnell erwärmen. Das verwundert schon ein wenig. Ebenso schnell freunden sich die Gruppe mit der Ultima Ratio, dem Überleben durch Töten, an.
Ob das Finale nun genügend Fragen beantwortet oder doch eher unbefriedigend ist, da werden sich die Meinungen trennen. Was "Coherence" aber kein Zuschauer wird abstreiten können, ist seine extreme Kurzweiligkeit. Dadurch dass der Film zum Mitdenken anregt und so geistig schon nahezu interaktiv funktioniert, vergeht die Zeit ungewöhnlich schnell.
Ein intelligentes und gelungenes Gedankenexperiment wie dieses ist allerdings nicht gänzlich neu. Die etwas dramatischeren Werke "Time Crimes" und "Triangle", die ein wenig mehr ins Horrorgenre tendieren als dieser Film, haben eine sehr ähnliche und nicht minder gut inszenierte Struktur und sind für jeden, dem "Coherence" gefällt ein ganz heißer Tipp. So kann man mit einem niedrigen Budget tolle Science-Fiction machen.

Fazit: 70 %

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