8. Mai 2015

In the Name of the Son - Sprich dein Gebet

© Inked Pictures

Regie: Vincent Lannoo
Land / Jahr: Belgien, Frankreich 2012












Eine Familie nimmt einen Geistlichen bei sich auf. Doch was ihnen Stabilität bringen soll, wirft alles durcheinander. Der Sohn verliebt sich in den Mann und kennt als Ausweg vor dem Unverständnis seiner Mutter nur eine Möglichkeit: Selbstmord. Frau Mutter hat auch eine sehr eigene Weise ihre Trauer zu bewältigen und macht Jagd auf Kirchenmänner.
Der kleine französische Film "In the Name of the Son" stellt ein paar sehr interessante Fragen und bietet ein ansprechendes inhaltliches Konstrukt. Doch schnell gerät alles durcheinander, was sich Regisseur Vincent Lannoo aufgebaut hat. Ohne jegliche Eile begeht er den Fehler, den Tod des Vaters schon beinahe beiläufig und als nebensächlich zu inszenieren, was den Rest des Filmes mitunter auch oberflächlich und beiläufig werden lässt.
Wenn der Tod des Familienoberhauptes schon kaum einen Mitmenschen berührt, warum sollte dann das Ableben einer der anderen Figuren? Vincent Lannoo verschenkt einfach unnötig jegliche Tiefe, die eine brisante Geschichte, die seinige haben könnte bereits nach wenigen Minuten Film. Den dadurch verlorenen Schwung erlangt das Werk nicht wieder zurück.
Zudem kommen einige abwegige Wendungen, wie die Jesus-Armee mitten im Wald und die Mordserie an Geistlichen seitens der Mutter. Zu keinem Zeitpunkt ist sich der Film sicher, welchem Genre er eigentlich angehört und springt zwischen den Stilen ohne auch nur einen einzigen angemessen zu befriedigen.
Dabei beantwortet er die spannenden Fragen allerdings nur bedingt, die ihm Vorfeld aufgeworfen wurden. Das liegt vor allem daran, dass er sich nur bedingt darum bemüht, die Probleme auf eine adäquate Weise zu lösen. "In the Name of the Son" lässt sich dazu verleiten Vorwürfe zu erheben, kümmert sich aber nicht um die Lösung derer.
Die schwache Regie Vincent Lannoos besiegelt schon nach wenigen Minuten das Schicksal von "In the Name of the Son", einem vorwurfsvollen Film, der seine Thematik nur sehr wenig zufriedenstellend bearbeitet. Der Rachefeldzug ist ebenso abwegig und unglaubwürdig wie ein Gros der Wendungen im Film, was dazu führt, dass so die kurze Spieldauer von weniger als 85 Minuten für lang empfunden wird. Lediglich für die schlechte deutsche Synchronisation ist der Filmemacher allerdings nicht verantwortlich zu machen.

Fazit: 35 %

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