15. Mai 2015

Mortdecai - Der Teilzeitgauner

© StudioCanal

Regie: David Koepp
Land / Jahr: Großbritannien, USA 2015












Kunstdieb Mortdecai (Johnny Depp) bekommt den Auftrag, ein verschollen geglaubtes Meisterwerk von Goya zu stehlen, das zu einem Nazi-Schatz führen soll. Das hat der exzentrische Bartträger auch bitter nötig, denn seine Frau Johanna (Gwyneth Paltrow) erwartet einen gewissen Luxus von ihm und nur so kann er sich auch den Schnüffler Martland (Ewan McGregor) vom Leibe halten.
Eine düstere Bar in Asien, finstere Gestalten und ein Held, der ein antikes Kunstwerk an den Mann zu bringen versucht. Nein, es handelt sich nicht um "Indiana Jones und der Tempel der Todes", sondern um einen ganz eigenen Jäger verlorener Kunstschätze. Einen, wie er typisch ist für Johnny Depp und aufgrund des hohen Skurrilitätfaktors auch nur von diesem gespielt werden kann.
Er ist auf der Suche nach einem besonders wertvollen Werk des spanischen Meisters Goya, das auch noch ein ganz besonderes Nazi-Geheimnis birgt. Das bringt natürlich auch eine Menge weiterer Mitspieler ins Rennen, allesamt zwar intelligenter und mutiger als der Protagonist, dafür hat aber keiner einen so treuen Diener wie eben dieser: Jock (Paul Bettany) hält seinem Chef einfach immer den Rücken frei.
Die Prise "Indiana Jones" wird mit etwas wirklich Merkwürdigem gepaart: Einer ziemlich dicken Portion "Nackte Kanone". Und das ist aus zweierlei Gründen merkwürdig. Erstens gibt es dadurch entsetzlichen Slapstik und Klamauk in den Actionszenen, die bestenfalls Kinder und Jugendliche begeistern können und zu großen Teilen aus nervtötendem Herumrennen und lautem Schreien bestehen. Zweitens ist "nackt" das Stichwort. Denn eine Actionkomödie mit einer derart fröhlichen Stimmung wurde selten mit einer solchen Fülle an stellenweise sogar bösartigen Sprüchen und Dialogen gekreuzt. Gut die Hälfte aller Dialoge hat sexuellen Inhalt und das wider erwarten nicht doppel-, sondern ziemlich eindeutig. Besonders Mortdecai, der pseudo-feine Kunstdieb, wirft mit derben Worten und Sätzen um sich.
Die Handlung ist hier nicht Nebensache, besonders wichtig ist sie aber auch nicht. Im Vordergrund steht einer der ungewöhnlichsten Gangsterhelden der Filmgeschichte. Eine Kreuzung aus Inspector Clouseau aus den "Pink Panther"-Filmen mit Indiana Jones und Frank Drebin. Es ist amüsant, aber auch sehr verwunderlich wenn Action für Jugendliche mit Dialogen für Erwachsene gemischt wird. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber der Versuch ist dennoch als mutig zu erachten.
Fazit: 45 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen