19. Mai 2015

Sein letztes Rennen

© Universum

Regie: Kilian Riedhof
Land / Jahr: Deutschland 2013












Als junger Mann war Paul Alverhoff (Dieter Hallervorden) im ganzen Land bekannt, schließlich gewann er die Goldmedaille im Marathon bei den Olympischen Spielen im Jahre 1956. Jetzt muss er mit seiner Frau in ein Altersheim ziehen - zu ihrer eigenen Sicherheit. Paul will aber noch nicht zum alten Eisen gehören und meldet sich für den Berlin Marathon an.
Der letzte echte Kinofilm mit Dieter Hallervorden in einer Hauptrolle liegt mittlerweile über 20 Jahre zurück. Damals war sein Alter Ego "Didi" für seinen tollpatschigen Klamauk-Humor bekannt, der auch nicht davor scheute, hin und wieder unter die Gürtellinie zu gehen. Dafür war Hallervorden einer ganzen Kino-Generation bekannt.
Umso erstaunlicher ist da das Comeback Hallervordens in einer Hauptrolle auf der großen Leinwand, das ganz und gar nicht auf seinen alten Tugenden und Erfolgen aufbaut. In "Sein letztes Rennen" geht es ungewohnt geschmackvoll daher, Regisseur Kilian Riedhof geht gekonnt mit schwierigen Themen wie Leben im Altersheim, Verlust des Lebenspartners um, ohne dabei ins Kitschig-Sentimentale abzudriften. Diese Stilsicherheit bezahlt der Film aber damit, dass die komödiantischen Aspekte deutlich in den Hintergrund rücken, so richtig lustig ist "Sein letztes Rennen" nur sehr selten.
So hat auch Hallervorden im Alter von 78 Jahren noch einiges zu bieten, was man vorher nicht von ihm kannte und so spät auch nicht mehr von ihm erwartet hätte. Er spielt einen einerseits gebrochenen, andererseits aber positiven und optimistischen alten Mann, der sich auch im Alter noch hohe Ziele setzt. Dass er auf seinem ambitionierten Weg noch Rückschläge zu verkraften hat, wirft ihn nicht zurück. Altersbedingte Probleme geht er realistisch an.
"Sein letztes Rennen" ist ein hoffnungsvolles Drama über das Altwerden, indem viel mehr von Dieter Hallervorden als von seinem Didi steckt. Leider gibt es nur selten was zu lachen in diesem kleinen sehr gefühlvollen, aber glücklicherweise nicht allzu sentimentalen Film.

Fazit: 65 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen