7. Mai 2015

Who Am I - Kein System ist sicher

© Sony

Regie: Baran bo Odar
Land / Jahr: Deutschland 2014












Benjamin (Tom Schilling) hat zwar keine Freunde, dafür aber ein gewisses Talent im Umgang mit Computern. Dass fällt auch einer Hacker-Gruppe auf, die sich mit seiner Hilfe einen Namen im Cyberspace machen will. Doch der Erfolg bringt auch kriminelle Elemente im Darknet auf die Spur der Computerfreaks.
Komödien und (NS)-Dramen, dass sind die Genres in denen deutsche Filme Erfolg haben. Diese beiden und keine anderen. Wenn allerdings über 750.000 Besucher sich einen deutschen Thriller im Kino ansehen, dann ist das schon eine beachtliche Hausnummer, die neugierig machen sollte. Und "Who Am I - Kein System ist sicher" bietet auf vielen Leveln mehr, als man sich von dem interessanten Trailer versprechen durfte.
Die Story funktioniert auf mehreren Ebenen. Nicht nur, dass die Geschichte und die Figuren facettenreich sind: Der Cyberthriller hat Witz, schlägt ein sehr sehr hohes Tempo ein ohne zwischendurch abzubremsen und ist auch noch ziemlich clever geschrieben. Während der Zuschauer die ganze Zeit das Gefühl hat, genauso schlau zu sein wie die Protagonisten, muss er im letzten Drittel feststellen, dass auch er an der Nase herumgeführt wurde, ohne es zu merken.
Wer "Das letzte Schweigen" gesehen hat, den Regisseur Baran bo Odar 2010 gemacht hat, der wird verwundert sein über den Geschwindigkeitsschub, den er "Who Am I - Kein System ist sicher" verpassen konnte. Dabei wirkt nichts übersteuert, chaotisch oder verwirrend - aufmerksame Zuschauer werden begeistert sein; wer nicht aufpasst, versteht schnell einige Zusammenhänge nicht.
Auch in optischer Hinsicht kann der Film mit teuren Ami-Produktionen mithalten. Das angekündigte US-Remake wird kaum besser aussehen und mit Sicherheit ein vielfaches Kosten. Probleme werden in den USA eben mit dem Geldbeutel behoben, in anderen Ländern braucht man dafür Köpfchen.
Es gibt viel Positives an "Who Am I - Kein System ist sicher", der eine Mischung aus "Hackers" und "Die üblichen Verdächtigen" ist, gepaart mit wunderbar passender Elektro-Musik. Lediglich Wotan Wilke Möhring will man den tätowierten und durchgeknallten Stephan einfach nicht abnehmen, da Möhring einfach viel zu freundlich und nett daherkommt. Insgesamt ist dieser deutsche Thriller aber überzeugend, weil nicht nur die Figuren, sondern auch die Zuschauer gehackt werden.

Fazit: 80 %

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