18. Juni 2015

Avengers: Age of Ultron

© Walt Disney

Regie: Josh Whedon
Land / Jahr: USA 2015












Tony Starks aka Iron Mans (Robert Downey Jr.) Experiment eine friedenschaffende künstliche Intelligenz zu kreieren geht vollkommen daneben. Die dabei entstehende Kreatur Ultron (James Spader) hat gegenteiliges im Sinn: Die Vernichtung der Menschheit steht auf dem Programm. Jetzt ist es an den Avengers, Ultron von seinem Plan abzuhalten.
Wenn man einen Film macht, bei dem die Figuren in einer epischen Schlacht die gesamte Menschheit retten, dann steht man beim zweiten Teil vor einem großen Problem: Es ist kaum zu toppen, denn mehr als die gesamte Menschheit kann kaum gerettet werden. Deswegen löst das Team rund um Joss Whedon das Problem auf die denkbar simpelste Weise: Sie schreiben die Geschichte von Teil eins einfach um und drehen eine sehr ähnliche Story.
Natürlich geht es wiedermal um die Rettung der kompletten Menschheit, was auch sonst. Dazu gehört natürlich, wie üblich, dass die Avengers Probleme nur mit der Faust lösen können. Auch wenn es die Geschichte nicht immer hergibt, werden immer wieder zwanghaft Actionszenen eingestreut, um stumpfe Entertainment-Bedürfnisse zu befriedigen.
Während die Geschichte sich somit im Kreis dreht und nahezu jeglicher guter Ideen entbehrt, so gelingt es Whedon immerhin seine sympathischen Figuren weiterzuentwickeln. Dabei bleibt natürlich diskutabel, ob die Romanze zwischen Hulk (Mark Ruffalo) und Black Widow (Scarlett Johansson) wirklich notwendig gewesen ist. Aber immerhin geht Whedon auch mal andere Wege als seine bis ins Lächerliche übertriebenen CGI-Orgien auf die Zuschauer zu ejakulieren.
Ganz groß ist der Film in seinen ruhigen und amüsanten Momenten. Männlichkeitswettbewerb auf der Party, als alle mal testen wollen, ob sie Thors Hammer heben können ist die wahrscheinlich beste Szene in dieser Effektorgie.
Im Vergleich mit vielen anderen Comic-Verfilmungen ist auch der zweite "Avengers"-Teil seriöser und erwachsener, aber von einem nolanschen Fledermausmann und dessen Stil und Cleverness ist das Ultron-Zeitalter weit entfernt. Während Nolan Comics für erwachsene Zuschauer adaptiert, so versucht Whedon, wie fast alle seiner Kollegen, Teenager glücklich zu stimmen. Das funktioniert zwar insofern, dass "Avengers: Age of Ultron" mit seiner ästhetischen Optik über die komplette Laufzeit von 141 Minuten ohne echte Längen für einen gelungenen Kino-Eventabend sorgt. In 20 Jahren wird aber niemand mehr etwas von diesem Film wissen wollen. Gut gemachtes, aber inhaltlich wenig gehaltvolles Kino für den Moment.

Fazit: 65 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen