25. Juni 2015

Blue Ruin

© Ascot Elite

Regie: Jeremy Saulnier
Land / Jahr: USA, Frankreich 2013












Das triste Leben des Landstreichers Dwight (Macon Blair) ändert sich schlagartig, als er erfährt, dass der Mörder seiner Eltern nach einer Gefängnisstrafe auf freien Fuß gesetzt wird. Von da an wird Dwight nur noch von einem Bedürfnis getrieben: Rache. Doch Gewalt erzeugt bekanntlich Gegengewalt und die Freunde des Mörders sind keine besonders gut gelaunten Zeitgenossen.
"Blue Ruin" ist ein vollkommen rational strukturierter Rache-Thriller, wie man ihn sehr selten sieht - und schon gar nicht aus den USA. Regisseur Jeremy Saulnier sieht von spektakulären Kampfszenen und coolen Sprüchen ab. Es geht ihm nicht im geringsten um die Glorifizierung von Selbstjustiz; er zeigt sie als schmutzige Angelegenheit.
Für die Hauptfigur, den heruntergekommenen Dwight, ist der Rachefeldzug keine Präsentation seines Könnens oder irgendwelches Fähigkeiten, die er vor Jahren beim Militär gelernt haben könnte. Es geht ihm nur darum, die Situation richtig einzuschätzen und selbst einigermaßen schadenfrei aus den extrem körperlichen Gewaltexplosionen zu kommen. Und wenn Klinge und Fleisch aufeinander treffen, dann nimmt sich Saulnier auch nicht zurück. Er zeigt wie Messer in den Kopf eines Menschen eindringen, wie die Augen sich blutunterlaufen verdrehen, wie Blut aus der klaffenden Wunde sprudelt: Blutrache ist nämlich ein Gericht was extrem grausam garniert wird.
Schmutzig, ehrlich und frei von Schnickschnack legt sich Dwight mit einer Kriminellenfamilie an. Dabei geht es ziemlich spannend zu, denn Saulnier gibt seinem Racheengel kein Abonnement aufs Überleben und das kkommt beim Zuschauer auch an.
"Blue Ruin" hat fast schon interaktive Züge, denn stets wenn Dwight vor einem Problem steht trifft er rationale Entscheidungen und lässt den Zuschauer mitgrübeln, welche Strategie am besten funktionieren könnte. Es wirkt als würde er wider Willen in eine Spirale voller Gewalt gesogen, die ihm von den Umständen aufgezwungen wird. Dieser dreckige Rachetrip ist gerade für einen amerikanischen Film schon fast zu ehrlich.

Fazit: 70 %

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