6. Juni 2015

Gambler, The

© Paramount

Regie: Rupert Wyatt
Land / Jahr: USA 2014












Jim Bennett (Mark Wahlberg) ist Universitätsprofessor mit einem düsteren Dopelleben: Denn nachts treibt er sich in illegalen Casinos herum, um das große Geld zu machen; doch er gehört zu den notorischen Spielern, die zudem noch stets mit einem dicken Minus nach Hause gehen. Diesmal geben ihm seine Gläubiger nur sieben Tage, seine Schulden in Höhe von gut einer Viertelmillion Dollar aufzubringen.
Jim Bennett ist keiner dieser typischen Zocker. Keiner dieser Verlierer, die ihm Leben nichts haben und deswegen den Erfolg am Würfeltisch suchen. Er ist ein gebildeter Mann, dessen Studenten zu ihm aufsehen, und zudem der verwöhnte Erbe eines erfolgreichen Bankers. Er gehört zur Oberschicht des Landes. Und mit solch einem Menschen, dem alle Optionen auf ein erfülltes Leben gegeben sind und der alles völlig sorglos und mit einer schmierigen Arroganz angeht, soll der Zuschauer hoffen, dass er bei nächsten Mal gewinnt? Schwierig.
Das ist einerseits schwierig, weil Jim völlig emotionslos Sieg oder Niederlage über sich ergehen lässt. Er steht einfach immer nur neben dem Spieltisch und legt Geldscheine in dicken Stapeln nach. Andererseits, weil er immer wieder die Möglichkeit bekommt, ohne viel Eigeninitiative, seine Schulden zu begleichen. Der Film könnte nach 30 Minuten vorbei sein. Aber Jim hört niemals auf und wird niemals aufhören - warum sollte er es dann nach Ende des Filmes tun?
"The Gambler" versucht Sympathie mit einem Menschen aufzubauen, der keinerlei Mitgefühl verdient. Das macht es natürlich nicht einfacher, dass man Mark Wahlberg vielleicht den Zocker abnimmt, keineswegs aber einen Literaturprofessor. Für diese Rolle wirkt Wahlberg einfach nicht wie eine gute Wahl, weil er nicht glaubwürdig ist.
Dass Jim mit seinem durchaus erfolgreichen Roman lediglich (nach eigener Aussage) nur 17.000 Dollar verdient hat, ist einer der netten kleinen Kritik-Momente, die funktionieren. Er hat mit kreativer Arbeit überhaupt nicht die Möglichkeit auch nur annähernd soviel Geld zu verdienen, wie es mit dem Zocken oder auch Sport möglich ist. Diese positiven Denkansätze sind allerdings rar gesät.
"The Gambler" ist ein interessanter, aber wenig spannender Thriller. Es ist einfach schwierig, einem Protagonisten Glück zu wünschen, der selbst extrem gleichgültig daherkommt - auch in dem einzigen echten Spannungsmoment beim Basketballspiel im Finale. Und dass Jim den Ausstieg schafft, scheint ohnehin nur eine Momentaufnahme.

Fazit: 55 %

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