28. Juni 2015

Jupiter Ascending

© Warner

Regie: Lana Wachoswki, Andy Wachowski
Land / Jahr: USA, Großbritannien 2015












Die junge Putzfrau Jupiter Jones (Mila Kunis) kann es kaum fassen, dass sie in Wirklichkeit die Herrscherin des Universums sein soll. Gemeinsam mit dem Soldaten Caine Wise (Channing Tatum) will sie die Erdbevölkerung davor bewahren als Rohstofflager von mörderischen Außerirdischen missbraucht zu werden.
Die Wachowski-Geschwister haben mit "Matrix" und "V for Vendetta" ausgezeichnete und einzigartige Filme geschaffen und auch in schwächeren Werken wie "Speed Racer" zumindest stets ihren eigenen Stil präsentiert. Optisch sind ihre Kreationen einfach immer eine Wucht. Dieser typische Stil lässt sich in "Jupiter Ascending" auch schnell wiedererkennen: Ein echter Wachowski-Film eben. Besonders gelungen sind hier die einfallsreichen Kostüme.
Während in der "Matrix" der Stil dazu da war, um die famose Geschichte auszuschmücken, so schleicht sich mittlerweile das Gefühl ein, bei den Wachowskis habe der Stil die Substanz verdrängt. Schon die erste Szene auf dem fernen Planeten ist derart künstlich und tot, als würden die Darsteller vor einer bemalten Pappwand agieren. Auch die Air-Skating-Geschichte vermittelt nicht den Eindruck, als würde Channing Tatum tatsächlich durch die Großstadt fliegen. Sieht alles ein bisschen viel nach Videospiel aus.
Richtig albern wirkt Tatum aber mit seinem Eyeliner und den Spitzohren. Soll das eine Art außerirdischer Edward Cullen sein? Könnte in den Liebesszenen sehr gut passen, denn die sind die Definition von purem Kitsch.
Das genetische Zeitalter ist jedoch hingegen wieder ein gutes Gedankenspiel. Auch die "Soylent Green"-artige Substanz, für die mehrere Menschen sterben müssen, um eine Kreatur jung und frisch zu halten, gefällt. Und egal wie abgedreht auch die Geschichte sein mag, man kann den Wachowskis nicht abstreiten, dass sie ihre Fantastik immer mit einer logischen Erklärung zu untermauern versuchen - was nicht immer klappt.
"Jupiter Ascending" ist einer der schwächeren Wachowski-Filme, passt aber mit seiner freakigen und extrem knalligen Optik anstandslos in ihre Filmographie. Inhaltlich ist der Fantasy-Sci-Fi-Trip aber zu oberflächlich und zu kitschig geraten. Hier haben die Schauwerte den Vorrang vor der Handlung bekommen, ein modernes Problem, dass die Wachowskis in Zukunft aber wieder in den Griff kriegen könnten. Sonst werden sie nicht mehr allzu oft die Möglichkeit bekommen 176 Millionen Dollar für eine Spezial-Effekt-Orgie ausgeben zu können.

Fazit: 55 %

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