29. Juni 2015

Jurassic World

© Universal

Regie: Colin Trevorrow
Land / Jahr: USA, China 2015












20 Jahre nach dem geplanten Jurassic Park ist die neue "Jurassic World" längst geöffnet und ein Riesenhit. Darauf freut sich auch der kleine Gray (Ty Simpkins), der mit seinem Bruder Tante Claire (Bryce Dallas Howard) besucht, die im Park arbeitet. Derweil macht sich Dinotrainer Owen (Chris Pratt) Sorgen um die neuste Saurier-Kreuzung, die im Alleingang für Verwüstung sorgen könnte.
Es ist tatsächlich schon 20 Jahre her, als Steven Spielberg Massen ins Kino mit seinen unglaublichen Spezial Effekten saugte. Jetzt verhält es sich mit den CGI ebenso wie mit den Sauriern, wie es im Film angesprochen wird: "Mit Dinosauriern kann man heute niemanden mehr begeistern, die Leute haben sich daran gewöhnt." Was ist also sowohl bei den Sauriern als auch den Effekten die Lösung? Richtig: schneller, höher und weiter.
Dass die optischen Eindrücke absolut erstklassig sind, daran wird wohl niemand gezweifelt haben. Es kommt in den Anfängen des Filmes sogar noch einmal kurz dieses Gefühl von vor zwei Jahrzehnten auf, als sich die Tore zum Park zum ersten Mal öffneten. Daran hat auch die wunderbar klassische Filmmusik von John Williams einen gehörigen Anteil.
Regisseur Colin Trevorrow konnte bisher nur mit der drollig abgedrehten Komödie "Journey of Love" punkten, ein Film mit einem für Hollywoodverhältnisse mickrigen Budget. Von den 150 Millionen Dollar, die "Jurassic World" gekostet hat, könnte er ein Dutzend Filme drehen. Dennoch wird Trevorrow gar nicht so übermütig, wie es zu erwarten gewesen wäre. Er schafft es sogar ein bisschen dieser erzählerischen Erotik, die Spielberg so perfekt beherrscht, auf die Leinwand zu bringen: In der ersten halben Stunde gibt es nämlich gar keine Dinosaurier zu sehen. Sie werden immer nur teilweise angedeutet, manchmal steht die Kamera sogar direkt hinter einer Menschenmenge, um das Wesentliche zu verschleiern.
Irgendwann muss aber auch die Geschwindigkeit erhöht werden, um dem geneigten Zuschauer die erhoffte Dosis Adrenalin zu verpassen. Dafür lässt sich der Film (erfreulicherweise) viel Zeit und liefert dann auch mehr Abenteuer als Action. Erst beim wenig originellen Finale verfällt "Jurassic World" in godzillaesque Verhaltensmuster zurück und bringt einen fragwürdigen Monsterkampf.
Was nicht hätte sein müssen, dass ist die tierische Intelligenz, die zum Glück nicht so sehr ausgeprägt ist, wie es der Trailer noch vermuten ließ. Ein Bündnis aus Menschen und Velociraptoren kann man nur mit einem Wort bezeichnen: Kitsch. Und zwar so richtig billiger. Auch die finale Allianz ist zwar eine nette Hommage an das "Original", aber erzählerisch ziemlich überflüssig.
"Jurassic World" schafft es stellenweise die erhoffte prähistorische Atmosphäre zurückzubringen. Optisch ist der Film beeindruckend mit vielen netten Anspielungen und peinlich aufdringlicher Schleichwerbung für Marken wie beispielsweise Mercedes. Es verwundert auch nicht, dass lediglich die Kinder und das Duo Owen und Claire sympathisch wirken; der Rest der Figuren wird ohnehin wortwörtlich den Urzeittieren zum Fraß vorgeworfen.

Fazit: 60 %

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