19. Juni 2015

Mad Max: Fury Road

© Warner

Regie: George Miller
Land / Jahr: Australien, USA 2015












In einer wasserlosen Zukunft ist die Erde eine große Wüste, die zu großen Teilen von Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) beherrscht wird. Bei einer Aktion, die anmutet wie eine Versorgungstour für Benzin und Munition, macht sich Imperator Furiosa (Charlize Theron) mit einer Gruppe hübscher, gebärfreudiger Frauen auf und davon. Unterstützt werden die Damen von dem durchgeknallten Max Rockatansky (Tom Hardy).
Teil 1 der Reihe entstand im Jahre 1979, die Hauptrolle des Max spielte damals ein unbekannter junger Mann namens Mel Gibson. "Mad Max" machte Gibson über Nacht zum Star, sein Erschaffer George Miller verschwand nach der dystopischen Trilogie so gut wie in der Versenkung und funkte nur sehr sporadisch filmische Lebenszeichen.
Mit dem vierten Teil der "Mad Max"-Reihe ist dem Austrailer ein wahrhaft furioses Comeback gelungen. Er bringt eine einzigartige Welt auf die Leinwand, die extrem atmosphärisch, rasend schnell und düster daherkommt. Die Kreaturen und Fahrzeuge wirken wie Schöpfungen des großartigen H.R. Giger, dessen Hirn die Außerirdischen der "Alien"-Reihe gebar, gemischt mit den Verstümmelten aus dem surrealen Werken von Alejandero Jodorowsky ("El Topo", "Holy Mountain") und mit einem Schuss japanischem Cyberpunk.
Die Bilder sind Kompositionen, denen die Farbe "Grün" gänzlich fremd und deren Sandstürmen von epochalem Ausmaß sind. Die Geschichte mag dabei ziemlich geradlinig geraten sein und handelt prinzipiell nur eine zweistündige Verfolgungsjagd ab. Aber selten wurde dies so unterhaltsam und kurzweilig inszeniert. Und spätestens sobald die unschuldigste und wehrloseste Figur des ganzen Filmes stirbt, weiß der Zuschauer: Niemand hat ein Abo auf's Überleben.
Optisch ist der Film ein infernales Epos, wie es Dante nicht besser hätte beschreiben können. Dichte Atmosphäre, knüppelharte Action für Erwachsene und extreme Kurzweiligkeit: So etwas ist in den letzten 20 Jahren wirklich Mangelware - besonders bei hochbudgetierten Filmen. Allerdings ist die Geschichte insgesamt kein Geniestreich.

Fazit: 80 %

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