26. Juni 2015

Maps to the Stars

© MFA

Regie: David Cronenberg
Land / Jahr: Kanada, Deutschland, Frankreich, USA 2014












Agatha Weiss (Mia Wasikowska) reist nach Hollywood, um dort als persönliche Assistentin für Schauspieler zu arbeiten. Direkt bei ihrer Anreise trifft sie den Chauffeur Jerome Fontana (Robert Pattinson), dessen Ambitionen wesentlich größer sind: Er will es auf die Leinwand schaffen. Doch er ahnt nicht, dass Agatha nicht zum ersten Mal in Los Angeles ist. . .
Das letzte Mal, dass Robert Pattinson in einem David-Cronenberg-Film führte zu dem schlechtesten Film in der Karriere des ansonsten sehr stilsicheren kanadischen Filmemachers: "Cosmopolis". Auch da verbrachte er einen beachtlichen Teil des Filmes in einer Limousine - allerdings auf der Rückbank und nicht am Steuer.
In "Maps to the Stars" spielt Pattinsons Figur nur eine Nebenrolle. Im Fokus steht die Geschichte von Agatha, die von Mia Wasikowska gespielt wird. Ihr wirkliches Anliegen in die Stadt der Engel zu reisen erfährt der Zuschauer nur Stück für Stück und es wird immer bizarrer. Allerdings nie zu abgedreht - Cronenberg führt seine Geschichte letztendlich einem logischen Überbau zu und versucht sich nicht auf den Pfaden David Lynchs "Mulholland Drive".
Während Agathas Aufenthaltes in der Filmstadt lernt der Zuschauer so allerhand wenig glamouröse Seiten der Branche kennen: Herzlose Jungschauspieler, die nicht mit todkranken Menschen fühlen können und von Selbstzweifeln zerfressene Diven, die in dem Ableben eines kleinen Jungen einen Karrieresprung wittern. Cronenbergs Hollywood glänzt keineswegs - es ist von Schmutz und Dreck überzogen.
Die Abwesenheit von Schönheit ist typisch für den Kanadier, dessen Filme üblicherweise aber wesentlich körperlicher sind. Es kommt das Gefühl auf, als konnte Cronenberg nicht so wirklich das umsetzen, was er sich vorstellte. Es herrscht ein für ihn äußerst ungewohnter Abstand zwischen den Figuren. Ihre Körper sind unversehrt, bis auf in wenigen Szenen.
Im Vergleich mit "Cosmopolis" ist der wieder in der Gegenwart spielende "Maps to the Stars" wieder ein Schritt in die richtige Richtung für David Cronenberg. So gut wie "Die Fliege" oder "Tödliche Versprechen" ist der Film aber keineswegs, dafür ist er häufig nicht drastisch genug - jedenfalls was das Körperliche angeht. Die Dialoge halten sich nicht zurück. Gefallen können vor allem Julianne Moore und John Cusack in den Nebenrollen.

Fazit: 65 %

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