16. Juni 2015

Trash

© Universal

Regie: Stephen Daldry
Land / Jahr: Großbritannien, Brasilien 2014












Auf den Müllkippen Rios entdeckt der kleine Rafael (Rickson Tevez) ein Portemonnaie, das neben etwas Geld auch Informationen enthält, die das ganze Land auf den Kopf stellen könnten. Um das jedoch zu vereiteln, beginnen die korrupten Behörden eine Hetzjagd durch ganze Rio auf das Slumkind und seine Freunde.
Es dauert nicht lange, bis dieser brasilianische "Slumdog Millionaire" den Zuschauer mit seinen Kontrasten in den Bann zieht: Das sonnige Urlaubsparadies Brasilien wird als dreckige Müllkippe präsentiert. Die Menschen, die in dem Schmutz leben, gehören schon wie Inventar zum Land dazu - ganz selbstverständlich eben.
Interpretations-Spielraum lässt der dreifach für den Regie-Oscar nominierte Stephen Daldry dem Zuschauer keinen. Deutlich bezieht er Stellung und kritisiert die soziale Ungleichheit in dem südamerikanischen Land. Die armen Menschen werden als gutherzig gezeichnet, Polizei und Politiker üben ihre Macht knallhart aus, sind korrupt und kaltherzig. Auch ein klares Signal gegen die Korruption bei der damaligen Fußball-Weltmeisterschaft setzt Stephen Daldry.
Neben all der Kritik an den sozialen und politischen Missständen in Brasilien erzählt der Filmemacher aber auch eine spannende Geschichte um Verschwörung und Korruption. Ein Abenteuer mit einigen cleveren Wendungen und sehr vielen guten Ideen. Besonders hervorzuheben sind die jungen Darsteller, die neben Hollywoodgrößen wie Martin Sheen oder Rooney Mara agieren. Jeder der jungen Akteure liefert eine sehr respektable bis hin zur sehr guten Leistung ab.
"Trash" ist eine spannende Mischung aus Abenteuerfilm und Polit-Thriller unter der Sonne Brasiliens. Zwar könnte man einerseits kritisieren, dass Daldry keinen Interpretationsspielraum lässt, jedoch ist diesbezüglich auch sein Mut zu loben, so deutlich Stellung zu den gesellschaftlichen Problemen zu beziehen. Und obwohl die Geschichte aus Sicht der Kinder und Jugendlichen erzählt wird, handelt es sich keineswegs um einen Film für eine jüngere Zielgruppe: "Trash" ist ein spannender Thriller für ein erwachsenes Publikum.

Fazit: 75 %

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