13. Juli 2015

Big Game


© Ascot Elite
Regie: Jalmari Helander
Land / Jahr: Finnland, Großbritannien, Deutschland 2015

Es soll der große Tag von Oskari (Onni Tommila) werden, der von seinem Vater und dessen Freunden im Wald ausgesetzt wird und sich dort als Mann beweisen soll. Doch Oskari hat das Jäger-Gen nicht gerade von seinem Vater geerbt. Da kommt es nicht gerade ungelegen, dass der US-Präsident (Samuel L. Jackson) mit der Air Force One über den finnischen Wäldern abstürzt. Oskari macht sich an die Rettung des einflussreichsten Mannes der Welt.
Der Finne Jalmari Helander liefert mit dem extrem ungewöhnlichen "Rare Exports" eine wunderbare Mischung aus Horror und Märchen, die zwar sehr düster, aber dennoch nicht ausschließlich für Erwachsene gemacht war. Dabei ging eine Jägergruppe auf die Jagd nach etwas ganz besonderem: Dem Weihnachtsmann.
Auch in "Big Game" geht es wieder um ein außergewöhnliches Jagdsouvenir: Der amerikanische Präsident steht auf der Abschussliste. Dass er dabei gerade von einem Dreizehnjährigen bei dem Versuch zu Überleben unterstützt wird, das mag wenig glaubwürdig anmuten. Aber hier geht es nicht um straffe Logik, sondern um lockere Unterhaltung.
Besonders amüsant sind die Gespräche zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Protagonisten. Oskari hat nämlich nicht keinen Respekt vor dem Präsidenten, weil er ein freches Kind wäre. Er hat keinen Respekt, weil er den US-Präsidenten gar nicht kennt. Man möchte manchmal genauso unvoreingenommen sein.
Jackson als US-Präsident ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Einerseits ist er gewohnt cool, aber seine Sprüche legen es leider zu oft auch drauf an zu protzen. Dazu kommen die Bösen, die nur Klischee-Killer sind: Durchtrieben böse und mit keiner einzigen positiven Eigenschaft ausgestattet; es soll dem Zuschauer sehr leicht gemacht werden, die Antagonisten nicht zu mögen. Ambivalenz ist hier überhaupt nicht willkommen.
Allerdings fehlt es "Big Game" - dessen Titel gleichermaßen "Großes Spiel", vor allem aber "Fette Beute" bedeutet - zu großen Teilen an der Besonderheit und der Magie, die Helander in seiner Weihnachtsmann-Entführung noch mit Leichtigkeit präsentierte. Die winterliche Atmosphäre kommt nicht genügend rüber.
Die mit 8,5 Millionen Dollar Budget teuerste finnische (Ko-)Produktion aller Zeiten ist ein nettes Abenteuer mit einem sympathischen Buddy-Duo. Die Handlung ist aber sehr seicht und wenig originell inszeniert. Enttäuschend für einen Regisseur, der mit seinem Erstling so richtig überraschen konnte.

Fazit: 55%

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