20. Juli 2015

Escobar: Paradise Lost

© Alamode

Regie: Andrea Di Stefano
Land / Jahr: Frankreich, Spanien, Belgien, Panama 2014












Bei einem Kolumbien-Aufenthalt trifft der Surfer Boy Nick (Josh Hutcherson) auf die hübsche Maria (Claudia Traisac). Was er allerdings nicht weiß: Maria arbeitet für ihren Onkel Pablo Escobar (Benicio Del Toro), dem skrupellosesten Drogenboss der Welt. Und Escobar ist es besonders wichtig die Kontrolle über alle Menschen zu haben, die ihn umgeben . . .
"Escobar: Paradise Lost" ist ein zwiegespaltener Film. Auf der einen Seite hat man einen überdurchschnittlich spannenden Gangster-Thriller mit guten Darsteller-Leistungen und mehreren wirklich gelungenen Szenen, wie zum Beispiel die Sequenz in der Nick die Lieferung in der Höhle verstecken soll.
Auf der anderen Seite ist dieser Thriller lediglich ein Pseudo-Biopic. Regisseur und Drehbuchautor Andrea Di Stefano erzählt eine fiktive Gangster-Geschichte aus Kolumbien und benennt seinen Antagonisten einfach nach dem berühmtesten Kartellboss aller Zeiten. Er benutzt die Figur des echten Pablo Escobars, um seinen Film interessanter zu machen und ein breiteres Publikum anzusprechen.
Warum er aber so vorgeht ist ein Rätsel. Denn die echte Lebensgeschichte Escobars bietet genügend Material für 20 Überlängenfilme. Es ist einfach gänzlich überflüssig, Escobars Leben mit erfundenen Figuren und fiktiven Ereignisse zu vermengen. Das zieht einen eigentlich überdurchschnittlichen Film ordentlich runter.
Auch die glücklicherweise seltenen Zeitsprünge sind ein Stilmittel, deren der Film nicht bedarf. Es macht einfach keinen Sinn mit einer kurzen Szene zwischen Escobar und Nick einzusteigen, bei der er den jungen Mann auf seine Mission schickt. Di Stefano hätte seine erfundene Geschichte einfach strikt chronologisch erzählen sollen.
Betrachtet man "Escobar: Paradise Lost" lediglich als eigenständigen Film, dann kann man unterhaltsame zwei Stunden erleben. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn jemand denkt er sehe einen Film über Pablo Escobar, denn mit dem Leben des Gangsterbosses hat dieser Thriller nicht viel gemein. Warum jemand einen Film wie diesen macht ist fragwürdig und unverständlich. Es wäre mal an der Zeit eine echte Biographie über einen der bekanntesten Kolumbianer aller Zeiten in die Kinos zu bringen - gerne auch mit Benicio Del Toro in der Hauptrolle.

Fazit: 55 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen