10. Juli 2015

Ex Machina

© Universal

Regie: Alex Garland
Land / Jahr: Großbritannien 2015












Caleb (Domhnall Gleeson) hat das große Glück, per Los an einem heißbegehrten Experiment teilnehmen zu würfen. Er wird zu dem stinkreichen Wissenschaftler Nathan (Oscar Isaac) in dessen im Wald gelegenes Labor gebracht. Calebs Aufgabe: Er soll mit dem Roboter Ava (Alicia Vikander) kommunizieren und herausfinden, wie weit die künstliche Intelligenz bei ihr fortgeschritten ist.
Das Regiedebüt von Alex Garland fällt ab der ersten Einstellung mit einer wunderbaren Ästhetik und Stilsicherheit auf. Das ist nicht die übliche Hochglanzoptik, die sich mit einer Menge Geld erkaufen lässt; diese Bilder gehen in die Richtung topmodern und künstlerisch anspruchsvoll. Allein die Villa von Nathan, tausende Kilometer entfernt von jeglicher Zivilisation ist ein architektonischer Traum.
Avas Qualitäten sind hingegen überhaupt nicht optischer Natur. Nicht, dass die Roboterdame hässlich sei, aber ihr Erschaffer hat ihr lediglich ein Gesicht und Hände in Menschenoptik geschenkt, der Rest ist Hardware. Dafür ist Ava humanoider als so manch menschliche Figur in anderen Filmen. Und sie ist zu so wunderbar philosophischen Gesprächen fähig, wie man sie heutzutage nur noch selten auf der Leinwand bekommt: Gedankenspiele über Sprache, Intellekt und das Sein, die den Zuschauer auch im Nachhinein noch zum Nachdenken anregen.
Alex Garland ist nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern hat auch noch das grandiose Drehbuch geschrieben, das nur so strotzt von äußerst cleveren Dialogen. Zu keiner Zeit wirken die Gedankenspiele erzwungen. So etwas kann einfach niemand schreiben, der keine Ahnung von der Materie hat - dafür ist das Gesamtkonzept einfach zu gut. Seine Figuren sind vollkommen glaubwürdig.
Anspruchsvolle und qualitativ hochwertige Science-Fiction-Filme gab es in den vergangenen Jahren selten. "Ex Machina" reiht sich in dieser kurzen Liste ganz weit vorne ein und bringt geschmackvolle Kost für Zuschauer, die Wert auf eine überzeugende Handlung und intelligente Dialoge legen. Im letzten Drittel kommt, leider ein bisschen sehr spät, noch eine gute Portion Suspense hinzu. Dieses Spannungselement hätte schon vorher aufkommen können. "Ex Machina" lässt darauf hoffen, dass Alex Garland noch einige (Sci-Fi-)Filme schreibt und inszeniert.

Fazit: 80 %

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