9. Juli 2015

Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang


© Sony
Regie: Leigh Whannell
Land / Jahr: USA, Kanada 2015

Der Tod ihrer Mutter lässt Quinn (Stefanie Scott) einfach nicht los. Abhilfe soll das Medium Elise Rainier (Lin Shaye) verschaffen, denn sie kann schließlich einen Kontakt zur Welt der Toten herstellen. Doch die beiden haben die Rechnung ohne die anderen unruhigen Seelen gemacht, die beginnen Quinn zu terrorisieren.
Dass es sich bei dem dritten Teil der Geister-Schocker-Reihe "Insidious" um ein Prequel handelt, soll wohl auch der dümmste Zuschauer verstehen. Warum sonst sollte man sich für eine derart inhaltsleere Phrase wie "Jede Geschichte hat einen Anfang" entschieden haben? Ein Titelzusatz, der theoretisch zu jedem Film passt.
Mit an den Anfang der Geschichte springt Leigh Whannell, der schon lange im Team von James Wan aktiv ist und für den dritten Teil sogar auf dem Regiestuhl sitzen darf. Ob er aber ebenso geschickten und intelligenten Schrecken verbreiten kann wie das Genre-Talent Wan, blieb eine der wichtigsten Fragen im Vorfeld zum dritten "Insidious"-Teil.
Die Antwort lautet, wenig überraschend: Nein, Whannell hat seinen Lehrmeister nicht verstanden. "Insidious: Chapter 3" hat nur ganz selten derart ausdauernde Gruselszenen. Wirklich gute Ideen bietet der Film genau eine: Während die Figuren in Horrorfilmen immer besonders gut im Weglaufen sind, so verpasst Whannell seiner Protagonistin sehr früh im Film zwei Gipse an den Beinen und schließt sie damit wortwörtlich in ihrem Körper ein.
Das bietet gerade anfangs ein paar wirklich spannende Momente, die auch gut inszeniert werden, beispielsweise wenn Quinn auf dem Boden liegt und die Kamera subjektiv nur unter das Bett filmt. Denn Quinn hat einfach nicht die körperlichen Fähigkeiten aufzustehen und die Kreaturen direkt anzusehen.
Zu größten Teilen besteht "Insidious: Chapter 3" aber aus sogenannten Jump Scares, also aus sehr kurzen Momenten, in denen Figur und Zuschauer gleichermaßen wie aus dem Nichts überrascht werden - einhergehend mit explosiv lauten Toneffekten. Das funktioniert zwar körperlich, allerdings nur sehr kurz und ist wenig clever aufgebaut. Gruseln auf TV-Niveau.
Dass Whannell von der Grundstruktur dieselbe Geschichte erzählt, wie Wan und auch viele andere Geister-Horror-Regisseure, das ist nicht verwunderlich. Problematisch ist aber die weitaus weniger ausgereifte Art des Horrors, die nichts mehr mit Wans Fähigkeiten Filme zu machen zu tun hat. "Insidious: Chapter 3" ist kein schlechter Schocker, aber er ist auch weit entfernt von gut. Von einem vierten Teil sollte aber abgelassen werden.

Fazit: 55%

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