14. Juli 2015

Prisoners of War

© Splendid

Regie: Kang Je-kyu
Land / Jahr: Südkorea 2011












Kim Jun-shik (Jang Dong-gun) ist der beste Marathonläufer Südkoreas, als das Land während des Zweiten Weltkrieges unter der Herrschaft des japanischen Kaiserreichs steht. Immer wieder liefert er sich spannende Duelle mit dem japanischen Läufer Tatsuo Hasegawa (Jô Odagiri). Doch die sportliche Rivalität findet ihr Ende als Kim Jun-shik gezwungen wird, für Japan in den Krieg zu ziehen. Dabei kreuzen sich die Wege der beiden Männer immer wieder.
Bei derart vielen inhaltlichen Parallelen macht "Prisoners of War" den Eindruck als sei er Vorbild für Angelina Jolies "Unbroken" gewesen, als habe der Hollywoodstar seine Geschichte hier abgekupfert. Was die beiden Filme vor allem verbindet, ist ein gemeinsames Feindbild: Japaner. Sie werden hier noch negativer gezeichnet als die Deutschen oder die Russen.
Aber egal ob verbündete oder verfeindete Truppen, dieser südkoreanische Antikriegsfilm zeigt vor allem, dass im Krieg jeder Dreck am Stecken hat. Es macht für den Protagonisten eigentlich keinen Unterschied, unter welcher Flagge er momentan dient: Wenn Probleme mittels Gewalt gelöst werden, dann gibt es einfach keine Guten.
Die Odyssee über den halben Globus und unter den Befehl der unterschiedlichsten Armeen wird dabei auf beeindruckende Weise von Regisseur Kang Je-kyu inszeniert. Er zwingt seinen Gestaltwandler in die Uniform der Japaner, macht ihn in einem Gulag zu Stalins-Marionette und lässt ihn sogar eine Nazi-Uniform als Verkleidung tragen. Stets gibt es den Blick von Innen heraus auf die Geschehnisse.
Es gibt auch ein paar der sehr aufwändige Kriegsszenen, die sehr pathetisch und übertrieben heroisch inszeniert sind: mit unpassenden Zeitlupen und ausufernder dramatischer Musik. Höhepunkt ist der Wiedersehensmoment in der Normandie während eines wunderschönen Sonnenunterganges, kurz bevor die Alliierten alles zerbomben. Das hätte dieser ansonsten packende Antikriegsfilm nicht gebraucht. Neben diesem Pathos steht vor allem aber die spannende Geschichte zweier lebenslanger Rivalen.

Fazit: 70 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen