8. Juli 2015

Spy - Susan Cooper Undercover


© 20th Century Fox
Regie: Paul Feig
Land / Jahr: USA 2015

Als die Identität aller CIA-Agenten aufgedeckt wird, gibt es nur noch eine Lösung: Schreibtischkraft Susan (Melissa McCarthy) muss in den Außendienst. Denn es gilt eine Atombombe ausfindig zu machen, von der nur die Verbrechertochter Rayna Boyanov (Rose Byrne) weiß, wo sie sich befindet.
Der durchgestylt animierte Vorspann macht deutlich woran sich "Spy - Susan Undercover" orientiert: Es sind die James-Bond-Filme, die hier mit einer Menge Ironie ad absurdum geführt werden sollen. Doch nicht nur, dass diese Komödie das Agentengenre mit einigen Gags garniert, auch in Punkto Bodycount, steht der Film in nichts zurück.
Denn der Leichenberg, der hier angehäuft wird, ist mitunter größer als in jedem ernsten Agententhriller. Zudem geht es hier ganz und gar nicht zimperlich zur Sache; es gibt jede Menge blutige Kopfschüsse, einem Mann wird die Kehle verätzt, so dass sie sich auflöst, einer Frau wird in einem Kampf ein Messer komplett durch die Handfläche geschoben. Vor wenigen Jahren hätte der Verleiher noch um eine Freigabe ab 16 Jahren bangen müssen, jetzt geht der Film problemlos ab 12 Jahren durch. Schlimmer noch: In Begleitung eines Erziehungsberechtigten dürfen sogar Kinder ab 6 Jahren sehen, wie haufenweise Menschen getötet werden.
Abseits der steten Tötungen geht es aber sehr fröhlich zu, die Atmosphäre ist immer heiter, kippt niemals ins Düstere. Denn wo Melissa McCarthy ermittelt, da fallen auch einige Gags an, vor allem coole Sprüche haben es der amerikanischen Komikerin angetan. Aber auch in diesem Aspekt stellt sich die Frage, ob die krassen Ausdrücke für Jugendlichen unter 16 Jahren das Richtige sind. Clever strukturierte Situationskomik ist nämlich rar gesät, es wird lieber beleidigt.
So dermaßen unter die Gürtellinie wie noch in dem dämlichen "Tammy" oder in "Identity Thief" geht es aber zum Glück nicht. Ein paar der komischen Momente sind wirklich lustig. Wer nicht viel Anspruch bei seinen Komödien braucht und einfach nur unterhalten werden will, der kann bei "Spy - Susan Undercover" auf seine Rechnung kommen.
Abgesehen von der belanglosen und immer gleichen Agentenhandlung, die für Filme dieser Art wie eine Schablone aufgelegt wird und nur als Vorwand dient, funktioniert "Spy - Susan Cooper Undercover" immerhin auf der komödiantischen Ebene ganz ordentlich. Auch Jason Statham als dümmlicher Sidekick wurde gut in die Geschichte integriert. Abseits dessen ist die von der FSK vergebene Freigabe ab 12 Jahren völlig unpassend. Das Kontrollgremium ist wieder einmal sehr großzügig gegenüber Kindern und Jugendlichen, sieht bei Erwachsenenfilmen aber pingelig genau hin - das ist der völlig falsche Weg!

Fazit: 45%

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen