7. Juli 2015

Ted 2


© Universal
Regie: Seth MacFarlane
Land / Jahr: USA 2015

Nur ein Jahr nach der Hochzeit hängt der Haussegen mehr als Schief bei Fluchebärchen Ted und seinem blonden Dummchen Tami-Lynn McCafferty (Jessica Barth). Aus der Misere könnte ein Baby helfen, doch da gibt es dicke Probleme: Denn Ted ist körperlich nicht ausreichend ausgestattet und als es um die Adoption geht, verliert Ted vor Gericht sogar seinen Menschenstatus.
Nach "One Million Ways to die in the West" galt es für Seth MacFarlane sich wieder zu berappeln: Denn seine Wildwest-Komödie floppte gehörig an den Kinokassen. Da ist es natürlich immer eine gute Idee, sich auf frühere Erfolge zu verlassen und ein Sequel zu drehen - und was bietet sich dafür mehr an als ein Nachfolger zu der Buddy-Komödie "Ted" auf die Leinwand zu bringen.
Dabei muss man MacFarlane hoch anrechnen, dass er seine Geschichte einigermaßen kreativ weitererzählt und in eine andere Richtung lenkt. Zudem gibt es sogar einen philosophischen Aspekt: Der Film stellt die Frage, was per Definition eigentlich ein Mensch ist. Hinter dem Deckmantel von permanent groben Beschimpfungen und Sexwitzen steckt somit ein Portiönchen Cleverness.
Im Vergleich mit dem ersten Teil steckt "Ted 2" in Punkto Vielfalt an Kraftausdrücken in nichts zurück. Dabei ist erschreckend, dass die Freigabe diesmal nicht FSK 16, sondern eine FSK 12 ist. Das heißt in Begleitung von Erziehungsberechtigten können Kinder ab sechs Jahren mit allerhand Anstößigkeiten, verharmlostem Drogenkonsum und einem Schimpfwort-Repertoire, das seinesgleichen sucht, konfrontiert werden. Wieso die FSK unbedingt einen so eminenten Anteil an der Verrohung von Kindern haben will, ist unklar. Der Film ist nicht nur für Sechs-, sondern auch für Zwölfjährige gänzlich ungeeignet.
Erwachsene können aber eine Menge Spaß mit Ted und seinem Kumpel John Bennett (Mark Wahlberg) haben, denen die charmante und unkonventionelle Anwältin Samantha Leslie Jackson (Amanda Seyfried) an die Seite gestellt wird. Besonders amüsant ist dabei der stetige Konflikt zwischen den popkulturaffinen Kumpels und der in dieser Beziehung tollpatschigen Anwältin, die nicht nur "Star Wars" und "Star Trek" durcheinander mischt.
"Ted 2" ist ein gelungener Nachfolger zu einem sehr witzigen Erstling, der auch einige menschliche Aspekte zu bieten hat. Wieso die Sittenwächter es hierzulande aber befürworten, dass Sechsjährige Kinogänger wissen, was "Rosettenlecken" ist, ist wiedermal eine beschämende Fehleinschätzung der FSK. Keine dieser Szenen ist bösartig, aber es ist schlicht und ergreifend unpassend für Kinder - aber eine amüsante Wonne für Erwachsene.

Fazit: 65 %

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