18. Juli 2015

Terminator Genisys

© Paramount

Regie: Aland Taylor
Land / Jahr: USA 2015












Um den Krieg gegen die Maschinen zu gewinnen schickt John Connor (Jason Clarke), der Anführer der Menschen, Kyle Reese (Jai Courtney) zurück in das Jahr 1984. Dort soll Kyle Johns Mutter, Sarah Connor (Emilia Clarke) beschützen. Doch die Zeitreisen weiterer Terminatoren haben die Vergangenheit völlig verändert. Zudem gibt es einen neuen Feind: Das Betriebssystem "Genisys" soll 2017 online gehen . . .
Die Geschichte um die Maschinen, die durch die Zeit reisen, stand schon nach den ersten beiden Teilen auf nicht ganz sicheren Beinen. Teil drei und vier haben sie weiter durchgerüttelt und lassen "Genisys" vor einem Zeitpuzzle stehen, das es erst einmal zusammenzuflicken gilt. Dabei ist beachtlich, dass das Drehbuch tatsächlich versucht, der Reihe gerecht zu werden und die verschiedenen Geschichten miteinander zu verknüpfen.
Doch logisch ist das, was auf der Leinwand passiert, nur im Groben. Allein der Streit darum, wer in die Vergangenheit geschickt werden soll, ist überflüssig: Später im Film können schließlich auch mehrere Menschen gleichzeitig den Sprung wagen. Damit das permanente Zeitreisen nicht zu einer unendlichen Geschichte wird, müsste man endlich mal zurück an die Wurzel reisen, aber dann wäre die "Terminator"-Reihe wohl zu Ende.
Was gefällt, dass sind die Momente mit den verschiedenen Schwarzeneggers. Der Gouvernator nimmt sich selbst nicht ganz so ernst und begegnet seinem bösen Ich aus Teil eins im Jahr 1984. Der Kampf ist mit einem gezielten Schuss ins Heavy-Metal-Herz schnell vorbei. Auf die selbe Idee kommt der T-1000 unter anderem mit seinem Speerwurf nicht. Denn der gute Arnie ist schließlich das selbe Modell wie der Terminator aus dem Jahr 1984 und hätte mit einem ordentlichen Treffer in die linke Brustseite auch Schrott sein können. So clever ist der T-1000 nicht, der wohl mit einem alten Windows-Betriebssystem läuft.
Schwarzenegger gefällt, weil er zwar den starken Eisenmann spielt, sich aber selbst auch nicht ganz ernst nimmt: Die meisten Witze gehen auf sein Konto. Warum ihm allerdings unter anderem Jai Courtney, der Totengräber des fünften "Stirb langsam"-Teiles an die Seite gestellt wird ist ein Rätsel. Courtney zeigt wieder einmal keinen Charme, hat keinen einzigen guten Moment in der Geschichte. Ein Kyle Reese zum Vergessen.
Selbst ein ordentliches Drehbuch, ein amüsanter Schwarzenegger und sehr gute Spezial Effekte, die einem Budget von mehr als 150 Millionen Dollar entsprechen, können nicht kaschieren, woran es "Terminator: Genisys" mangelt: An Herz, an dichter Atmosphäre und vor allem an denkwürdigen Szenen. Regisseur Alan Taylor schafft es nicht einen einzigen Moment zu kreieren, der mit der Wucht der schlechtesten Szene aus den ersten beiden Teilen mithalten kann.
"Terminator: Genysis" ist letztendlich trotz vieler positiver Ansätze nur ein Actionfilm unter vielen, dem es nicht gelingt eine einzige ausgezeichnete Szene zu bieten. Trotz aller Bemühungen kann vielleicht der Puls von Zwölfjährigen Zuschauern, für die dieser Teil freigegeben wurde, nach oben getrieben werden, an gegen legendären Klassiker "Terminator" und "Terminator 2 - Tag der Abrechnung", ist "Terminator Genisys" nur ein Auslaufmodell.

Fazit: 45 %

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