3. August 2015

Backcountry - Gnadenlose Wildnis

© Pandastorm

Regie: Adam MacDonald
Land / Jahr: Kanada 2014












Alex (Jeff Roop) ist ein begeisterter Wanderer, der seine Freundin Jenn (Missy Peregrym) mit auf einen Trail mitten in einem Naturschutzgebiet nimmt. Das größte Problem ist nicht, dass das Pärchen gehörig von der richtigen Fährte abkommt, sondern der extrem hungrige Schwarzbär, der sich bestens in der Wildnis auskennt.
Tierhorrorfilme haben noch nie ein gutes Standing gehabt, sie sind sogar eine Art schwarzes Schaf im Genre. Besonders in den vergangenen Jahren glänzte dieses Subgenre mit dümmlichsten Trashfilmen zu deren Negativ-Höhepunkten Werke wie "Sharknado" oder der Romantic-Thriller "Birddemic" zählen.
Wie soll denn dann ein Film, in dem nur zwei Figuren fast die komplette Screentime einnehmen und der es gar nicht in die Kinos, sondern nur auf eine Pressscheibe geschafft hat, auch nur halbwegs ordentlich geraten sein? Da ist es umso erstaunlicher, dass "Backcountry" alle Vorurteile hinter sich lässt und tatsächlich positiv überraschen kann.
Das liegt einerseits an den Figuren: Alex und Jenn sind ein Pärchen mit einigen Makeln, das sich lebensnahe (Streit-)Dialoge liefert, die zu den Situationen passen, in die es gerät. Das ist ganz gut gespielt, das ist sympathisch und damit gelingt es Regisseur Adam MacDonald die Herzen der Zuschauer für seine Figuren zu öffnen. Sprich: Es ist dem Zuschauer nicht egal, ob Mensch oder hungriger Braunbär gewinnt.
Mit zwei Figuren, mit denen die Zuschauer sympathisieren, ist es natürlich viel leichter für MacDonald das Mitfiebern zu erreichen, das er sich so sehr wünscht, wenn er seine natürliche Bestie auf sie loslässt. Gerade die ersten Begegnungen mit dem Bären sind sehr gut inszeniert. Wenn die Kamera bei Alex und Jenn im weißen Zelt ist und die Schnauze des Tieres sich bedrohlich in den weißen Stoff schiebt, das sind Momente, die den Herzschlag beschleunigen.
Bis dahin braucht MacDonald allerdings auch seine Zeit. Und mehr als diese - immerhin sehr clever inszenierte - Bärenhetzjagd gibt es auch nicht zu erleben. Er tut aber gut daran, sich damit zu begnügen, den Bären nicht zu dämonisieren, sondern ihn schlicht und ergreifend als hungriges und kräftiges Tier zu zeigen. "Backcountry" ist ein solider Abenteuer-Horrorfilm und unter den blinden Vertretern des Subgenres der einäugige König.

Fazit: 60 %

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