12. August 2015

Fantastic Four

© Constantin

Regie: Josh Trank
Land / Jahr: USA 2015












Reed Richards (Miles Teller) entwickelt ein Gerät, das ein Portal zu einer anderen Dimension öffnet. Beeindruckt ermöglicht ihm der Wissenschaftler Dr. Franklin Storm (Reg E. Cathey) ein riesengroßes Exemplar davon herzustellen. Als Reed und seine Freunde jedoch auf eigene Faust in die Parallel-Dimension reisen, beginnen sie sich zu verwandeln.
Zwei semi-erfolgreiche "Fantastic Four"-Filme hat es 2005 und 2007 schon gegeben. Da es jetzt aber in Mode ist schon nach wenigen Jahren zu remaken und rebooten, versuchen die großen Hollywoodstudios immer wieder die Comic-Gemeinde mit Neuinterpretationen der Superhelden-Geschichten zu melken. Das Resultat der "Fantastic Four"-Neuauflage ist ziemlich gewagt.
Zuerst gibt es da Mr. Fantastic, der eigentlich "Mr." Fanastic heißt, weil er ein erwachsener Mann ist. Bis zu diesem Film jedenfalls . . . Denn Regisseur Josh Tranks Kopf der Vierergang wird nicht nur von dem 28-jährigen Miles Teller gespielt, der Filmemacher bringt es sogar fertig zu erzählen, dass Reed Richards gerade erst mit der Schule fertig ist. Teller soll also 19 oder 20 Jahre alt  sein. Auch seine Freunde sind höchstens Anfang 20. Mit der Vorlage hat das nicht mehr viel zu tun.
Und diesen Stil zieht Trank knallhart durch. Er ändert einfach alles so, wie er es braucht. Damit kann man eventuell noch den durchschnittlichen Kinozuschauer zufrieden stellen, die Comic-Fans gehen allerdings auf die Barrikaden. Das ging sogar so weit, dass die Fans eine Online-Petition ins Leben riefen, in der sie die Produktionsfirma 20th Century Fox dazu aufforderten, die Rechte an den Comics an Marvel zurückzugeben und kein Sequel zu drehen. Die dürftigen Einspielergebnisse an den US-Kassen sollten dafür sorgen, dass es den angekündigten Nachfolger niemals geben wird.
Von Superhelden hat dieser Origin-Teil auch nicht viel. Denn Josh Trank erzählt ganz gemütlich und seelenruhig seine Geschichte, ohne dass allzu viel passiert. Bösewicht Dr. Doom (Toby Kebbell) gibt es lediglich in den letzten 15 Minuten zu sehen. Der finale Kampf, beziehungsweise der einzig echte Kampf in diesem Film, wirkt so dermaßen erzwungen, als musste sich Trank dem Willen des Studios beugen, obwohl er vielleicht lieber ein ruhiges Drama aus den Fanta-Vier gemacht hätte.
Das Reboot "Fantastic Four" hätte eher unter dem Titel "The Young Fanastic Four" erscheinen sollen. Was Trank den Comics antut, schmerzt jedem Fan in der Seele. Positiv hervorzuheben ist nur der momentan angesagte düstere Ton, den Christopher Nolan mit seinen Filmen über den dunklen Rächer initiierte. Aber für wen ist solch ein ernster Comic-Film mit sehr wenig Action gemacht, der nicht viel mit der Vorlage gemeinsam hat? Ein Rätsel. "Fantastic Four" ist kein Totalausfall, weil er weder albern noch dumm ist. Aber er ist stellenweise langatmig und kann sogar die schwachen Erstinterpretationen noch unterbieten. Für Regisseur Josh Trank, der mit "Chronicle" noch ein verheißungsvolles Debüt feierte, wird dieser Film aber das Todesurteil für seine Karriere sein. Seine Ausrede auf Twitter: "A year ago I had a fantastic version of this. And it would've recieved great reviews. You'll probably never see it. That's reality though."

Fazit: 35 %

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