18. August 2015

Million Dollar Arm

© Walt Disney

Regie: Craig Gillespie
Land / Jahr: USA 2014












Sportlerberater JB (Jon Hamm) ist verzweifelt. Die Zeiten, in denen er echte Stars unter Vertrag hatte, sind schon lange vorbei. Da kommt ihm eine riskante Idee: Er glaubt unter indischen Cricket-Spielern ein verborgenes Talent entdecken zu können, das als Baseball-Pitcher Millionen wert sein könnte. Dafür castet er tausende junge Männer in ganz Indien.
Die Prämisse der Suche nach einem Superspieler ist wenig erfreulich. Denn Sportlerberater JB sucht keineswegs ein Baseball-Ass, um Spiele zu gewinnen. Der Sinn seiner Suche dreht sich vornehmlich darum, eine Menge Geld mit Sport zu verdienen. Ganz Disney-like wird JB wenigstens gegen Ende des Filmes noch ein wenig umgepolt und zeigt, dass ein guter Mensch in ihm steckt.
Grund für diesen Sinneswandel ist die Romanze mit der Nachbarin Brenda (Lake Bell), die vielleicht ein Teil dieser wahren Geschichte gewesen sein mag, sich aber leider nur an den üblichen Klischees für eine Liebes-Nebenhandlung im Disney-Stil orientiert. Das ist zwar ganz nett, aber wenig überraschend.
So ist auch der komplette Film strukturiert: Regisseur Craig Gillespie geht keinerlei Risiko ein, hält sich fern von innovativen Ideen und der Eindruck macht sich breit, dass unter der Aufsicht der Produzenten des Mäusestudios keinen Millimeter von der üblichen Struktur abgewichen werden darf. Das Ergebnis: Wie immer unterhaltsam, wenige inszenatorische Fehler, aber auch weit entfernt davon auch nur eine einzige im Gedächtnis bleibende Szene zu liefern.
Emotionale Höhepunkte sind dabei der kauzige Baseball-Meister Ray (Alan Arkin), der stets grimmig wirkt, aber eigentlich ein gutes Herz hat. Dazu die beiden indischen Hoffnungen Rinku (Suraj Sharma) und Dinesh (Madhur Mittal), die aufgrund ihrer kindlichen Freundlichkeit Sympathien verbuchen können.
"Million Dollar Arm" ist ein Sport-Drama, das zu keinem Zeitpunkt von dem üblichen (Disney- oder auch generell Sportfilm-) Schema abweicht. Diese routiniert gemachte, ordentlich gespielte und unterhaltsame Inszenierung eines Stückes Sportgeschichte entbehrt leider jeglicher echter Höhepunkte. Für Baseballfans oder generell Sportbegeisterte ist "Million Dollar Arm" dennoch eine nett romantisierte Version einer schönen, wahren Story.

Fazit: 60 %

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