5. August 2015

Pixels

© Sony

Regie: Chris Columbus
Land / Jahr: USA, China, Kanada 2015












Im Jahr 1982 gehörte Brenner (Adam Sandler) zu den besten Arcade-Videospielern der Welt. Jetzt arbeitet er jedoch als Reparateur von TV-Geräten. Als die Erde von Außerirdischen angegriffen wird, kann nur er mit Hilfe von ein paar anderen Classic-Gamern die Welt retten. Denn die Alien greifen mit klassischen Automatenspielen an . . .
In den früheren 80ern waren Videospiele nicht mehr aus der Welt zu denken, vor allem kleine Jungs waren fasziniert von der neumodischen Art spielerisch in andere Welten zu tauchen - Der Beginn eines digitalen Siegeszuges. Um noch einmal in die Hochzeit der Automatenspiele einzutauchen, könnte die Meta-Videospielverfilmung "Pixels" eine gute Wahl scheinen, aber der Eindruck täuscht.
"Pixels" ist mit Adam Sandler in der Hauptrolle nur sehr oberflächlich darauf ausgerichtet, klassischen Videospielen ein Denkmal zu setzen. Davon ist Chris Columbus' Klamotte sehr weit entfernt. Der Mann, der Harry Potter in den ersten beiden Teilen auf die Leinwand brachte und der Millionen Menschen mit "Mrs. Doubfire" und "Kevin allein zuhaus" begeisterte, kann das extrem schwache Drehbuch nicht mit seiner Regie-Magie reparieren. Dafür ist die Handlung einfach viel zu schlecht.
Die Aliens sind gesichtslos und kommunizieren nur über manipulierte 80er Videos. Das ist zwar optisch witzg, inhaltlich aber reichlich dämlich, egal wie kultig die kurzen Einspieler auch sein mögen. Die Schlacht um die Erde allerdings in einer Real-Umsetzung von Automatenspielen zu inszenieren grenzt an Schwachsinn. Es ist logikfrei und schlicht und ergreifend dumm. Spiele-Klassiker wie "Pac Man", "Galaga", "Centipede" oder "Donkey Kong" werden regelrecht zu billigster Unterhaltung degradiert und ausgebeutet.
Auch die Komik bewegt sich auf einem sehr niedrigen Level. Highlights sind einzelne Figuren wie der Miniatur-Gamer Eddie (Peter Dinklage), eine Koryphäe in den 80ern und Erzfeind von Brenner, sowie der animierte und sehr knuddelige Pixelheld Q-Bert, der als süßer Sidekick der Heldentruppe zur Seite steht. Aber wie soll es logisch erklärbar sein, dass Q-Bert sich am Ende in Lady Lisa verwandelt? Klar, Hauptsache Happy End, egal wie.
"Pixels" ist keine stilvolle Hommage, die Erinnerungen an die guten alten Tage der Automatenspiele hochleben lässt, was dem Zuschauer verkauft werden soll. Der Film beutet die Game-Klassiker einfach nur aus, mit dem Ziel ganz schäbig Geld zu machen. Über große Strecken unterhaltsam mag "Pixels" sein, aber auf Kosten der Handlung, die oberflächlicher und unlogischer kaum sein könnte. Gamer müssen bis auf weiteres auf eine ansprechende filmische Reise zu den Anfängen digitaler Spiele warten. Vielleicht unter einem ernsteren Filmemacher als Chris Columbus.

Fazit: 35%

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